{"id":529,"date":"2014-07-24T13:41:12","date_gmt":"2014-07-24T13:41:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kant-online.ru\/en\/?p=529"},"modified":"2014-07-24T14:17:22","modified_gmt":"2014-07-24T14:17:22","slug":"giuseppe-motta-das-himmlische-salz-kants-auseinandersetzung-mit-dem-wahn-in-den-postulaten-des-empirischen-denkens-uberhaupt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/giuseppe-motta-das-himmlische-salz-kants-auseinandersetzung-mit-dem-wahn-in-den-postulaten-des-empirischen-denkens-uberhaupt\/","title":{"rendered":"Giuseppe Motta. Das himmlische Salz.  Kants Auseinandersetzung mit dem Wahn in den Postulaten  des Empirischen Denkens \u00fcberhaupt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_531\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kant-online.ru\/en\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/emotionheader5778862758-1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-531\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-531\" alt=\"Giuseppe Motta\" src=\"http:\/\/www.kant-online.ru\/en\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/emotionheader5778862758-1.jpg\" width=\"250\" height=\"178\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-531\" class=\"wp-caption-text\">Giuseppe Motta<\/p><\/div>\n<p>Auf den Seite 222 bis 223 der ersten Ausgabe der <i>Kritik der reinen Vernunft<\/i> (Riga, Hartknoch, 1781), in der Mitte des dritten Absatzes des ersten Postulats des empirischen Denkens \u2014 \u201eWas mit den formalen Bedingungen der Erfahrung (der Anschauung und den Begriffen nach) \u00fcbereinkommt, ist m\u00f6glich\u201c<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftn1\">[1]<\/a> \u2014 schreibt Kant das folgende:<\/p>\n<p>\u201eEine Substanz, welche beharrlich im Raume gegenw\u00e4rtig w\u00e4re, doch ohne ihn zu erf\u00fcllen (wie dasjenige Mittelding zwischen Materie und denkenden Wesen, welches einige haben einf\u00fchren wollen), oder eine besondere Grundkraft unseres Gem\u00fcths, das K\u00fcnftige zum voraus anzuschauen (nicht etwa blo\u00df zu folgern), oder endlich ein Verm\u00f6gen desselben, mit andern Menschen in Gemeinschaft der Gedanken zu stehen (so entfernt sie auch sein m\u00f6gen): das sind Begriffe, deren M\u00f6glichkeit ganz grundlos ist, weil sie nicht auf Erfahrung und deren bekannte Gesetze gegr\u00fcndet werden kann und ohne sie eine willk\u00fcrliche Gedankenverbindung ist, die, ob sie zwar keinen Widerspruch enth\u00e4lt, doch keinen Anspruch auf objective Realit\u00e4t, mithin auf die M\u00f6glichkeit eines solchen Gegenstandes, als man sich hier denken will, machen kann\u201c [AA, III, S. 188].<\/p>\n<p>Hiermit greift Kant auf Themen und Probleme zur\u00fcck, die ihn vor allem in der Mitte der sechziger Jahre in Bezug auf die Ver\u00f6ffentlichung des kleinen und witzigen, aber auch sehr wichtigen Pamphlets \u00fcber die <i>Tr\u00e4ume<\/i><i> eines Geistersehers, erl\u00e4utert durch Tr\u00e4ume der Metaphysik<\/i> besch\u00e4ftigt hatten. Interessanterweise werden hier die Formen des Wahns, die ihn damals so sehr interessiert (und am\u00fcsiert) hatten, in einer systematischen und strengen Dreiteilung nach den Kategorien der Relation eingeordnet: Substanz, Kausalit\u00e4t, Wechselwirkung. Mit der Kausalit\u00e4t korrespondiert die Idee, dass der Mensch in irgendeiner Weise die Zukunft empfinden kann und mit der Wechselwirkung korrespondiert die Wahnvorstellung einer geistlichen Gemeinschaft der Seelen (\u201eder gro\u00dfe Mensch\u201c oder die \u201eRepublik der Geiste\u201c nach Swedenborg).<\/p>\n<p>Die Frage, die ich mir hier diesbez\u00fcglich stellen will, ist eine ganz spezifische: Woran denkt Kant, wenn er von einer Substanz schreibt, \u201ewelche beharrlich im Raume gegenw\u00e4rtig w\u00e4re, doch ohne ihn zu erf\u00fcllen (wie dasjenige Mittelding zwischen Materie und denkenden Wesen, welches einige haben einf\u00fchren wollen)\u201c? Und: Wer sind diese \u201eeinige\u201c?<\/p>\n<p>Eine Substanz, welche \u201ebeharrlich im Raum\u201c ist, ohne ihn jedoch zu erf\u00fcllen, ist die Substanz des Geistes. In den <i>Tr\u00e4umen eines Geistersehers<\/i> hatte Kant eine sehr genaue (obwohl offensichtlich ironische) Definition von \u201eGeist\u201c gegeben. Ein Geist \u2014 das lie\u00dft man im ersten Hauptst\u00fcck des ersten Teils der Schrift \u2014 ist ein vern\u00fcnftiges Wesen, welches nicht die Eigenschaft der Undurchdringlichkeit an sich hat. Geister sind immaterielle Wesen, welche vereinigt niemals ein solides Ganzes ausmachen. Klumpen von Geistern k\u00f6nnen daher nicht zusammengeballt werden [AA, II, S. 321]. Im obigen Beispiel des ersten Postulats schreibt Kant aber nicht (oder nicht nur) von Geistern, sondern (zwischen Klammern) auch von einem spezifischen (\u201edasjenige\u201c) Element, das gewisse Leute (\u201eeinige\u201c) als \u201eein Mittelding zwischen Materie und denkenden Wesen\u201c eingef\u00fchrt haben. Woran denkt Kant hier? Herbert James Paton schreibt nur: \u201eThis was apparently something invented as intermediate between matter and mind\u201c [18, vol. 2, p. 349]. Ganz ungenau ist der Hinweis von Alexandre Delamarre und Franc\u0327ois Marty in der Pleiade-Ausgabe: \u201ePeut-\u00eatre faudrait-il chercher dans les th\u00e9ories de l\u2019\u00e9ther\u201c [10, p. 1638]. Monique David-M\u00e9nard scheint dagegen genau zu wissen, wer hinter dem Ausdruck \u201eeinige\u201c steckt: \u201eSwedenborg hei\u00dft nun nicht mehr,Schwedenberg\u2018 wie in den <i>Tr\u00e4umen eines Geistersehers<\/i>, er wird jetzt unter,einige\u2018 subsumiert\u201c [3, S. 126]. Der Hinweis auf Swedenborg bleibt aber vollkommen unerkl\u00e4rt. Man kann m.\u00a0E. behaupten, dass Kant hier zugleich an die ganz allgemeine Tradition des Spiritualismus denkt (im ersten Teil des Satzes) und (im zweiten Teil, d.\u00a0h. zwischen Klammer) einen schnellen, abwertenden Hinweis an gewisse Leute macht, die damals die Geistleiblichkeit der Seele verteidigten. Die Theorien, an die Kant hier fl\u00fcchtig denkt, sind aber nicht die des Spiritualismus von Swedenborg, der sich \u00fcber diese Substanz nicht pr\u00e4zise \u00e4u\u00dfert, sondern die der Theosophie und Mystik des schw\u00e4bischen Pietisten Friedrich Christoph Oetinger.<\/p>\n<p>Oetinger ist ein Vertreter des <i>influxus physicus<\/i>. Er behauptet aber, dass ein Verh\u00e4ltnis zwischen Seele und K\u00f6rper nur Dank einer <i>res media<\/i>, d.\u00a0h. durch ein Mittelding zwischen den beiden Substanzen, stattfinden kann. In mehreren Werken (ich denke vor allem an <i>Die Metaphysic in Connexion mit der Chemie <\/i>von 1770, an den <i>Gedanken von den zwo F\u00e4higkeiten zu empfinden und zu erkennen<\/i> von 1775 und an die deutsche Ausgabe der Schriften Swedenborgs von 1776) beschreibt er eine Tinktur oder ein Salz, welches weder purer Geist noch Wasser, sondern ein Mittelding zwischen Geist und Leib ist. Die Materie kann nicht denken; die Tinktur geh\u00f6rt aber zum Denken und das himmlische Salz ist der Grund aller Reflexionen.<\/p>\n<p>An sich ist die Theorie eines \u00e4therischen Mitteldings nichts Neues. Sie pr\u00e4gt zum Beispiel (in vielen Varianten) die Philosophie des antiken und des modernen Platonismus<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftn2\">[2]<\/a>. Angedeutet und diskutiert wird sie auch von Leibniz zum Beispiel in der <i>Hypothesis physica nova<\/i> von 1671. Oetingers Theorie der Tinktur kann jedoch vor allem deswegen als eine ganz originelle betrachtet werden, weil sie in einem einheitlichen Diskurs drei unterschiedliche Traditionen verbindet, und zwar: 1) die wissenschaftlichen und medizinischen Untersuchungen von \u00c4rzten und Physiologen wie Giorgio Baglivi, Herman Boerhaave und dessen Sch\u00fcler Albrecht von Haller und Claude-Nicolas Le Cat, 2) die philosophischen Reflexionen von Johann Georg Walch und von Friedrich Carl von Creuz, welcher eine Theorie der <i>res cogitans atque extensa<\/i> entwickelt hatte<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftn3\">[3]<\/a>, und 3) die Mystik von Jakob B\u00f6hme, von Johann Arndt (und von einigen Alchimisten wie Thomas Vaughan)<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftn4\">[4]<\/a>. Die zwei wichtigsten Quelle und <i>autoritates<\/i> Oetingers sind in diesem Sinne vor allem der franz\u00f6sische Chirurg und Anatomist Claude-Nicolas Le Cat und der ber\u00fchmte schlesische Mystiker Jakob B\u00f6hme.<\/p>\n<p>Im Artikel \u201eTinktur\u201c des <i>Biblischen und Emblematisches W\u00f6rterbuchs<\/i> von 1776 beruft sich Oetinger explizit auf Le Cat mit folgenden Worten: \u201eHier mu\u00df man den grossen Mechanicum [\u2026] Mons. Le Cat in seinen Memoires h\u00f6ren, so wei\u00df man einiger Maasen, was das Werkzeug der Seele zur Empfindung und Bewegung ist [\u2026] Der Nervensaft ist nicht Oel, noch Wasser, noch Luft, noch Feuer, sondern ein Mittelding zwischen Seele und Leib. Es ist eine Art eines Amphibii [\u2026] Man suche also nicht in der Mechanik, was man in der Chemie suchen soll\u201c [16, S. 620\u2014621].<\/p>\n<p>In Bezug auf B\u00f6hme schreibt Oetinger: \u201eDi\u00df Fluidum hei\u00dft J. B\u00f6hm die Tinktur [\u2026] Sie ist die Ursach des Glanzes, durch sie sehen und leben die Kreaturen: von Ewigkeit ist sie gewesen in Gott, aber sie hat sich in alle Dinge miteingebildet. So bald ein Element zu stark wird, so fleucht die Tinctur davon, und das Leben hat ein Ende, sie kann von Wasser, von Erden, von der Luft, von dem Feuer \u00fcberf\u00fcllt werden. [\u2026] Die Seele ist nicht so subtil als die Tinctur, aber sie ist m\u00e4chtig durch sie\u201c [16, S. 621\u2014622]<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftn5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Im Jahr 1770 erschien in Stuttgart ein anonymes Buch mit dem Titel <i>Das Geheimnis vom Salz als dem Lebensbalsam und dem Schatz aller Sch\u00e4tze<\/i>. Als Autor wird der fiktive Name angegeben: \u201eElias Artista Ermetica\u201c, welcher h\u00f6chst wahrscheinlich Friedrich Oetinger selbst ist. Dieser vertritt hier die These, dass die Seele \u201eein aufgel\u00f6\u00dftes Corpus, ein in die D\u00fcnnheit zerflossener Saft, ein durch den Geist lebendig gemachtes Corpus\u201c ist. \u201eGleichwie aber die Seele des Geists Wohnung oder Leib: also ist Salz die Wohnung oder Leib der Seelen\u201c, so Elias Artista Ermetica auf Seite 20 seiner Abhandlung.<\/p>\n<p>Andere (ernstere) Wissenschaftler und Philosophen haben in den Jahren vor der Erscheinung der <i>Kritik der reinen Vernunft<\/i> die oben erw\u00e4hnte (vor allem an Boerhaave zur\u00fcckgehende) Theorie von einem <i>fluidum vitale vel nervosum<\/i> fortgesetzt. In seiner <i>Anthropologie f\u00fcr Aerzte und Weltweise<\/i> von 1772 lokalisiert Ernst Platner im \u201eGehirnmark\u201c den Sitz der Seele<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftn6\">[6]<\/a>. Justus Christian Hennings, der Autor der damals bekannten <i>Geschichte von den Seelen der Menschen und Thiere <\/i>(Halle, 1774), er\u00f6ffnet sein Werk <i>Von den Ahndungen und Visionen<\/i> (Leipzig, 1777) mit folgenden Worten: \u201eDer Mensch ist eine Zusammensetzung aus der vern\u00fcnftigen Seele und dem Leibe, die mit einander vereiniget sind [\u2026] Der Nervensaft oder Nervengeist, den man auch zuweilen mit der Benennung Lebensgeister belegt, und der sich in seinen Wirkungen als ein elektrisch Feuer verh\u00e4lt, k\u00f6nnte \u2014 nach Gr\u00fcnde der Wahrscheinlichkeit \u2014 als das Band der Vereinigung der Seele mit dem Leibe betrachtet werden [\u2026] Dieses Band kettet die Seele an den Leib, und letzteren an die Seele\u201c [8, S. 1\u20143].<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auch vermuten, dass Kant im obigen Satz aus den Seiten 222 bis 223 der <i>Kritik der reinen Vernunft<\/i> an solche Wissenschaftler oder an die vorher erw\u00e4hnten Philosophen denkt. In den drei Beispielen des Zitats (welche einen einzigen Diskurs bilden) bezieht er sich aber offensichtlich auf die \u201eHirngespinste\u201c des Spiritualismus. Er scheint daher viel mehr an die extremen Zuspitzungen der mystischen Spekulationen von B\u00f6hme und Oetinger, auf die er sich sonst nie bezieht, als an die wissenschaftliche Hypothese von Boerhaave oder an die philosophischen Theorien von Leibniz zu denken.<\/p>\n<p align=\"center\"><em id=\"__mceDel\">\u00a0<\/em><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Literaturverzeichnis<\/b><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>1.\u00a0B\u00f6hme, Jakob, <i>De tribus principiis, oder Beschreibung der Drey Principien G\u00f6ttliches Wesens<\/i>, 1619; in Bd. 2 der <i>S\u00e4mtlichen Schriften<\/i>, hrsg. von W. E. Peuckert Stuttgart, 1988.<\/p>\n<p>2.\u00a0Creuz, Friedrich Carl Casimir Freiherr von, <i>Versuch \u00fcber die Seele<\/i>, Frankfurt und Leipzig, 1754.<\/p>\n<p>3.\u00a0David-M\u00e9nard, Monique, <i>Swedenborg in der<\/i> Kritik der reinen Vernunft, in <i>Kant und Swedenborg<\/i>, hrsg. von F. Stengel, T\u00fcbingen, Niemeyer, 2008, S. 123\u2014132.<\/p>\n<p>4.\u00a0Elias Artista Ermetica<i>, Das Geheimnis vom Salz, als dem Lebensbalsam und dem Schatz aller Sch\u00e4tze<\/i>, 1770; Nachdruck (aus der Originalwiedergabe in Stuttgart, 1862) Freiburg im Breisgau, Aurum Verlag, 1979.<\/p>\n<p>5.\u00a0Griffero, Tonino, <i>La <\/i>Tinktur<i> come corpo spirituale: l\u2019estetica teosofica di Friedrich Christoph Oetinger<\/i>, in <i>Rivista di Estetica<\/i>, 18 (3\/2001), XLI, S. 54\u201469.<\/p>\n<p>6.\u00a0Griffero, Tonino, <i>Il corpo spirituale. <\/i><i>Ontologie \u00absottili\u00bb da Paolo di Tarso a Friedrich Christoph Oetinger<\/i>, Milano Mimesis Edizioni, 2006.<\/p>\n<p>7.\u00a0Hennings, Justus Christian, <i>Geschichte von den Seelen der Menschen und Thiere. Pragmatisch entworfen, <\/i>Halle, 1774.<\/p>\n<p>8.\u00a0Hennings, Justus Christian, <i>Von den Ahndungen und Visionen<\/i>, Leipzig, 1777.<\/p>\n<p>9.\u00a0Kant, Immanuel, <i>Gesammelte Schriften<\/i>, hrsg. von der Preu\u00dfischen Akademie der Wissenschaften \/ von der Deutschen \/ G\u00f6ttinger Akademie der Wissenschaften, Berlin-Leipzig, G. Reimer 1900 f. \/ Berlin, De Gruyter 1967 f. (Kants Werke werden mit Band- und Seitenangabe zitiert).<\/p>\n<p>10.\u00a0Kant, Emmanuel, <i>\u0152uvres philosophiques<\/i>, I, Paris, Gallimard (Biblioth\u00e8que de la Pl\u00e9iade), 1980.<\/p>\n<p>11.\u00a0Klemme, Heiner F., <i>Kants Philosophie des Subjekts. Systematische und entwicklungsgeschichtliche Untersuchungen zum Verh\u00e4ltnis von Selbstbewus\u00dftsein und Selbsterkenntnis<\/i>, Hamburg, Meiner, 1996.<\/p>\n<p>12.\u00a0Leibniz, Gottfried Wilhelm, <i>Hypothesis physica nova, qua phaenomenorum naturae plerorumque causae ab unico quodam universali motu, in globo nostro supposito, neque Tychonicis, neque Copernicanis aspernando, repetuntur. Nec non theoria motus abstracti<\/i>. London, 1671.<\/p>\n<p>13.\u00a0Marsilio Ficino, <i>Platonic Theology<\/i>, Vol. 6, Books XVII-XVIII, kritische Ausgabe von J. Hankins mit englischer \u00dcbersetzung von M. J.\u00a0B. Allen, Cambridge (Mass.), Harvard University Press, 2006<\/p>\n<p>14.\u00a0Oetinger, Friedrich Christoph, <i>Die Metaphysic in Connexion mit der Chemie<\/i>, Schwaebisch-Hall, 1770.<\/p>\n<p>15.\u00a0Oetinger, Friedrich Christoph,<i> Gedanken von den zwo F\u00e4higkeiten zu empfinden und zu erkennen, und dem daraus zu bestimmenden Unterschiede der Genien<\/i>, Frankfurt und Leipzig, 1775. Kritische Ausgabe und italienische \u00dcbersetzung von T. Griffero, <i>Pensieri sul sentire e sul conoscere<\/i>. Palermo: Aesthetica Preprint, 1999.<\/p>\n<p>16.\u00a0Oetinger, Friedrich Christoph, <i>Biblisches und Emblematisches W\u00f6rterbuch<\/i>, 1776; hrsg. von G. Sch\u00e4fer und anderen, Berlin und New York, De Gruyter, 1999.<\/p>\n<p>17.\u00a0Swedenborg, Emanuel, <i>Auserlesene Schriften<\/i>, 1\u20145, Frankfurt, 1776\u20141777.<\/p>\n<p>18.\u00a0Paton, Herbert James, <i>Kant\u2019s Metaphysics of Experience. A commentary on the first half of the \u201eKritik der reinen Vernunft\u201c<\/i> (2. Bde.), Northampton, 1936. Nachdruck, Bristol, Thoemmes, 1997.<\/p>\n<p align=\"left\"><b><i>Die erste Ver\u00f6ffentlichung des Aufsatzes:<\/i><\/b><\/p>\n<p>Motta, Giuseppe. Das himmlische salz. Kants Auseinandersetzung mit dem Wahn in den Postulaten des Empirischen Denkens \u00fcberhaupt\/\/ 10. Internationale Kant Konferenz. Klassische Vernunft und die Herausforderungen der modernen Zivilisation: Materialien der internationalen Konferenz: in 2 Bd. Hrsg. W.N. Brjuschinkin. \u2013 Kaliningrad: Verlag der Immanuel Kant Universit\u00e4t Kaliningrad, 2010. Band. 1, S. 280 \u2013 286.<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftnref1\">[1]<\/a> Das erste Postulat der M\u00f6glichkeit wird von Kant in insgesamt f\u00fcnf unterschiedlich langen und wichtigen Abs\u00e4tzen erl\u00e4utert:<\/p>\n<p>\u00be Im ersten Absatz des Postulats der M\u00f6glichkeit erkl\u00e4rt Kant, was das M\u00f6gliche im transzendentalen Sinne ist: \u00dcbereinstimmung des Begriffs eines Dinges mit den formalen Bedingungen der Erfahrung. Und was es nicht ist: blo\u00dfe Nicht-Widerspr\u00fcchlichkeit eines Begriffes. Der Unterschied zwischen diesen unterschiedlichen Auffassungen der M\u00f6glichkeit wird anhand eines mathematischen Beispiels dargestellt: die Unm\u00f6glichkeit des Biangels.<\/p>\n<p>\u00be Im zweiten Absatz wird der Sinn der transzendentalen M\u00f6glichkeit auf Grund von drei (den Kategorien der Relation entsprechenden) Beispielen erl\u00e4utert. Es geht vor allem nicht um die abstrakte M\u00f6glichkeit des Begriffs eines Dinges, welches (1.) beharrlich im Raume, (2.) Ursache von etwas anderem, oder (3.) in Verh\u00e4ltnis mit anderen auch aufeinander bezogenen Dingen steht. Die objektive Realit\u00e4t der Begriffe der Substanz, Kausalit\u00e4t, Wechselwirkung h\u00e4ngt eher davon ab, dass diese Begriffe die Bedingungen a priori der M\u00f6glichkeit der Erfahrung sind.<\/p>\n<p>\u00be Will man doch von der Nicht-Widerspr\u00fcchlichkeit eines Begriffes auf die M\u00f6glichkeit des Gegenstandes schlie\u00dfen, dann ratet man in vielen Hirngespinsten und Chim\u00e4ren. Das wird von Kant mit Hilfe von drei gedichteten Begriffen erkl\u00e4rt, welche (die obigen Beispielen fortsetzend) den drei Kategorien der Relation entsprechen: 1. eine Substanz zwischen Materie und Gedanken, 2. die Vorhersehung, 3. die Gemeinschaft der Gedanke.<\/p>\n<p>\u00be Im vierten Absatz der <i>Postulate<\/i> stellt sich Kant vor dem Problem der M\u00f6glichkeit der mathematischen Begriffe.<\/p>\n<p>\u00be Die Objektivit\u00e4t der Gegenst\u00e4nde der Mathematik wird dadurch gew\u00e4hrleistet, dass diese nicht willk\u00fcrlich (d. h. nach der M\u00f6glichkeit als blo\u00dfe Widerspruchslosigkeit gewisser Abstraktionen), sondern auf Grund der Bedingungen der Gegenst\u00e4nde der Erfahrung selbst konstruiert werden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftnref2\">[2]<\/a> Man beachte zum Beispiel: Marsilio Ficino [13, lib.18, cap.4].<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftnref3\">[3]<\/a> Vgl. sein <i>Versuch \u00fcber die Seele<\/i> [2, S. 48].<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftnref4\">[4]<\/a> Man beachte dazu vor allem Griffero [5, p. 59ff.] und [15, p. 19ff.]. Diese kurze Zusammenfassung der Quelle Oetingers h\u00e4ngt zutiefst mit den ausf\u00fchrlicheren Untersuchungen von Tonino Griffero zusammen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftnref5\">[5]<\/a> Vgl. B\u00f6hme [1, 12:22, 24, 13:24].<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Motta%20%20KK%202009.docx#_ftnref6\">[6]<\/a> Dazu Klemme [11, S. 29].<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den Seite 222 bis 223 der ersten Ausgabe der Kritik der reinen Vernunft (Riga, Hartknoch, 1781), in der Mitte des dritten Absatzes des ersten Postulats des empirischen Denkens \u2014 \u201eWas mit den formalen Bedingungen der Erfahrung (der Anschauung und den Begriffen nach) \u00fcbereinkommt, ist m\u00f6glich\u201c[1] \u2014 schreibt Kant das folgende: \u201eEine Substanz, welche beharrlich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":530,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/529"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=529"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":533,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/529\/revisions\/533"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/530"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}