{"id":372,"date":"2014-04-25T16:46:00","date_gmt":"2014-04-25T16:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kant-online.ru\/en\/?p=372"},"modified":"2014-04-25T16:46:00","modified_gmt":"2014-04-25T16:46:00","slug":"n-w-motroshilova-immanuel-kant-alltaglichkeit-tischgesellschaft-in-einheit-mit-der-philosophie-in-der-epoche-der-aufklarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/n-w-motroshilova-immanuel-kant-alltaglichkeit-tischgesellschaft-in-einheit-mit-der-philosophie-in-der-epoche-der-aufklarung\/","title":{"rendered":"N.W. Motroshilova. Immanuel Kant: Allt\u00e4glichkeit, Tischgesellschaft in Einheit mit der Philosophie in der Epoche der Aufkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\">Ich widme diese Skizze dem Jubil\u00e4um von Erich Jurjewitsch Solowjow, Kantforscher von Weltklasse, gl\u00e4nzender satirischer Poet und langj\u00e4hriger Freund<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den Vorurteilen, an deren Anwachsen sowohl die Urheber als auch die Leser philosophischer Werke in gleicher Weise teilhaben, und ebenso auch diejenigen, die Philosophie lernen und die sie unterrichten, ist eins der am weitesten verbreiteten: Die Philosophie und das gew\u00f6hnliche, allt\u00e4gliche Leben sind angeblich so weit von einander entfernt wie der Himmel und die Erde. Eine aufmerksame, auf umfangreiches Material gegr\u00fcndete Analyse des Lebens und Schaffens hervorragender Philosophen widerlegt indessen nicht nur dieses g\u00e4ngige Vorurteil, sondern erlaubt es auch, die erstaunlichen Wege und Besonderheiten aufzuzeigen, durch die das allt\u00e4gliche Dasein und der freundschaftliche Umgang von Menschen, die h\u00f6chst abstrakte, verfeinerte philosophische Konzeptionen erschaffen haben, auf die Philosophie einwirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um sich von der Richtigkeit dieser Bewertung zu \u00fcberzeugen, gen\u00fcgt es, einzelne Seiten aus der Geschichte des Lebens und des Schaffens von Immanuel Kant durchzubl\u00e4ttern, eines deutschen Philosophen, der f\u00fcr alle Zeiten und f\u00fcr alle V\u00f6lker bedeutsam ist.\u00a0\u00a0 Drei aktuelle Anl\u00e4sse betonen die Zweckdienlichkeit einer solchen \u201evergegenw\u00e4rtigenden\u201c Erinnerung. Der erste ist: Am 22. April 2014 j\u00e4hrt sich zum 290. Mal der Geburtstag Kants. Der zweite Anlass: Gerade in unserem Land haben die konkreten historischen Materialien und Anl\u00e4sse, die in dem nachfolgenden Artikel benutzt werden, noch nicht den Weg zu einem weiten Kreis von interessierten Lesern er\u00f6ffnet.\u00a0 Es w\u00e4re w\u00fcnschenswert, diesem Mangel m\u00f6glichst abzuhelfen.\u00a0 Der dritte Anlass: Die hier vorgelegte Untersuchung ist durch die sehr interessante Tatsache angeregt worden, dass seit einigen Jahren in der Heimatstadt Kant die internationale \u201eGesellschaft der Freunde Kants und K\u00f6nigsbergs\u201c neu belebt worden ist und insbesondere dadurch, dass sie regelm\u00e4\u00dfig in der Geburtsstadt Kants an seinem Geburtstag zu einer Sitzung zusammenkommt<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn1\">[i]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen Sie uns einzelne Seiten aus der Geschichte des Lebens und Schaffens Immanuel Kants (1724\u20131804) durchbl\u00e4ttern, aus der wir ihre erste H\u00e4lfte ausw\u00e4hlen, genauer \u2013 die 60er Jahre des 18. Jahrhunderts.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">I.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>1760\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erinnere daran, dass Kant um diese Zeit Werke schrieb, in denen er sich einzig mit der philosophischen und naturwissenschaftlichen Betrachtung der Natur befasste und damit schon eine gewisse Bekanntheit erlangte. Er legte drei Dissertationen vor, die dem Philosophen grunds\u00e4tzlich den Weg zur akademischen Lehrt\u00e4tigkeit er\u00f6ffneten. F\u00fcr uns sind hier einige kleine Werke Kants von Interesse, in denen er schon <i>Fragen von allgemeiner Bedeutung zum Sinn des Lebens<\/i> aufwarf. Das ist z. B. der Fall in dem ganz kurzen Werk <i>Versuch einiger Betrachtungen \u00fcber den Optimismus <\/i>(1759).<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Haken ist allerdings, dass Kant selbst, wie die historischen Fakten bezeugen, sich in der Folge abweisend zu dieser Schrift verhielt und sich sogar daf\u00fcr aussprach, sie nicht als Bestandteil seiner Werke zu erw\u00e4hnen.\u00a0 Nach ihm haben auch Kant-Forscher (z. B. Kuno Fischer) den \u201eVersuch\u201c bestenfalls in die Abteilung \u201eZweitrangige Werke\u201c eingeordnet. Wie ich glaube, w\u00e4re es heute aber zweckm\u00e4\u00dfig, solche Arbeiten, selbst wenn sie unvollkommen sind, aus einem etwas anderen Gesichtspunkt anzusehen.\u00a0\u00a0 Man sollte n\u00e4mlich in Betracht ziehen, dass das Thema des \u201eVersuchs\u201c zu seiner Zeit in hohem Ma\u00dfe sowohl Philosophen, als auch viele denkende Leser in verschiedenen L\u00e4ndern interessierte, wobei die Schrift das Interesse an Religion, Philosophie, Literatur und Kultur in weitem Sinne gleichsam wachrief. Und was f\u00fcr unseren Blickwinkel besonders wichtig ist: Sie ber\u00fchrt auf unmittelbare Weise <i>das allt\u00e4gliche Dasein der Individuen, unabh\u00e4ngig von dem Grad ihrer Teilhabe gerade an der Philosophie<\/i>. Ich werde dieses Werk nicht n\u00e4her analysieren und f\u00fchre daraus nur eine kurze Aussage Kants an, in der seine Einstellung deutlich wird, die f\u00fcr sein ganzes Leben und seine Philosophie h\u00f6chst wichtig und formgebend war:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Man bedient sich der Weltweisheit sehr schlecht, wenn man sie dazu gebraucht die Grunds\u00e4tze der gesunden Vernunft umzukehren\u2026<\/i><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn2\">[ii]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Kant hier vielen seiner hervorragenden philosophischen Vorg\u00e4nger und Zeitgenossen der Philosophie der Aufkl\u00e4rung im Ganzen die Hand ausstreckt, ist ganz offensichtlich.\u00a0 Bemerkenswert ist aber auch etwas anderes: Auch in der Jugend strebte er danach, die Philosophie mit dem \u201egesunden Menschenverstand\u201c der Individuen ins Einvernehmen zu bringen, mit ihrer wirklichen Lebenserfahrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere grunds\u00e4tzliche Aufmerksamkeit wird hier auf ein anderes Werk Kants aus dieser Periode gerichtet, das von den Interpreten ebenfalls in die Abteilung \u201eZweitrangige Werke\u201c eingeordnet wird. Es ist eine kleine Arbeit (zehn Seiten) mit dem Titel\u00a0 <i>Gedanken bei dem fr\u00fchzeitigen Ableben des Hochwohlgebornen Herrn Johann Friedrich von Funk <\/i>\u00a0(1760).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0F\u00fcr unser Thema stellt diese Arbeit ein \u201eexemplarisches Beispiel\u201c (wie die Deutschen sagen) daf\u00fcr dar, wie sich im Denken Kants schon seit fr\u00fcher Zeit in erstaunlicher Weise <i>die den Sinn des Lebens betreffenden, die existentiellen und die philosophischen Ausmessungen verschmolzen haben<\/i>.\u00a0 Die h\u00f6chst wichtige Rolle einer solchen Einheit in der philosophischen Erfahrung des gro\u00dfen Kant, den man \u00fcblicherweise eher in einem szientistischen Sinne versteht, wird ungen\u00fcgend zur Kenntnis genommen, und zwar nicht nur in unserem Lande, sondern auch in der Kant-Literatur weltweit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Helden dieses kleinen Werks, seinem jungen Freunde v. Funk, hat Kant seine Leser nach dessen Tod in dieser Gedenkskizze selbst bekanntgemacht<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn3\">[iii]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kant beschrieb mit offensichtlicher Sympathie die ihm nahen menschlichen Charakterz\u00fcge und den Lebensstil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das Wichtigste hier ist, wie lebendig, r\u00fchrend und originell Kant seinem Werk die Form eines Briefs an die Mutter des Verstorbenen gab. <i>Es gibt da eine offenbare Verbindung mit dem eigenen allt\u00e4glichen Leben Kants, mit seinen fr\u00fchen, aber tiefen Eindr\u00fccken<\/i>. Zusammen damit findet sich in der Skizze schon der Ausdruck allgemeiner objektiver Strukturen der menschlichen Subjektivit\u00e4t, die aus dem <i>Dasein der Allt\u00e4glichkeit<\/i> selbst hervorgegangen, durch die eigene Erfahrung hindurchgegangen sind und danach ihre Auspr\u00e4gung in den Verallgemeinerungen und Kategorien der Philosophie gefunden haben.\u00a0\u00a0\u00a0 Ich betone erneut, dass in den historisch-philosophischen und \u00fcberhaupt philosophischen Arbeiten die damit verbundenen Aspekte durchaus ungen\u00fcgend ausgearbeitet sind. Dennoch haben wir etwas, worauf wir uns st\u00fctzen k\u00f6nnen, darunter in den vorhandenen biographischen Werken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Weiteren werde ich mich konkret auf die biographischen Werke beziehen, vor allem auf diejenigen, die von Zeitgenossen Kants verfasst sind, den Zeugen verschiedener Perioden seines Lebens. Insbesondere in dem Buch unter dem Titel \u201eImmanuel Kant. Sein Leben in Darstellungen von Zeitgenossen\u201d sind im Jahre 1993 die Biographien neu ver\u00f6ffentlicht worden, die L.E. Borowski, R. B. Jachmann und E. A. Ch. Wasianski geschrieben haben<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn4\">[iv]<\/a>. Unter ihnen ist f\u00fcr uns die biographische Arbeit Wasianskis \u00abImmanuel Kant in seinen letzten Lebensjahren\u00bb besonders interessant, die im Jahre 1804 unmittelbar nach dem Tode Kants erschien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Einzelnen widmete der K\u00f6nigsberger Diakon E. A. Ch. Wasianski eindrucksvolle Seiten seines Buchs den Erinnerungen Kants an die Pers\u00f6nlichkeit und den Charakter seiner Mutter (dar\u00fcber h\u00f6rte Wasianski etwas zum Teil von Kant selbst in Stunden besonders vertraulicher Gespr\u00e4che, zum Teil von seiner Schwester).\u00a0\u00a0 In den pers\u00f6nlichen Eigenarten seiner Mutter empfand und erkannte Kant schon fr\u00fch das, was er danach in seinen philosophischen Werken den besten menschlichen Z\u00fcgen zurechnete. Das waren <i>nat\u00fcrlicher Verstand<\/i>\u00a0 (S.\u00a0222 im Text Wasianskis), eine unbedingte <i>Redlichkeit<\/i>, <i>Wahrheitsliebe <\/i>\u00a0(sie war \u201ceine durchaus rechtliche Frau\u201d), eine Gegnerin der L\u00fcgenhaftigkeit,\u00a0 <i>da<\/i> <i>aus ihrem Munde keine einzige L\u00fcge<\/i> <i>ging<\/i>\u00a0(S.\u00a0223), Treue zu ihrer m\u00fctterlichen und menschlichen <i>Pflicht<\/i>; Weichheit, Z\u00e4rtlichkeit, <i>sie pflanzte ihrem Sohn Liebe zur Natur und sogar Interesse am Bau des Himmels ein<\/i>. Und deshalb bedeutet auch die Tatsache viel, dass Kant sein Urteil \u00fcber diesen Menschen in einem (schon vorher f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung bestimmten) Beileidsschreiben an die Mutter des Verstorbenen abgab. Denn alles zeugt nicht nur von dem Zartgef\u00fchl, der Feinheit Kants als Mensch, sondern auch davon, wie fr\u00fch er sich der zentralen Bedeutung f\u00fcr das Erdendasein nicht nur des \u00fcberirdischen kosmischen Lebens, sondern auch des pers\u00f6nlichen \u201ekleinen Kosmos\u201c bewusst wurde, ihrer Bedeutung auf\u00a0 dem Weg zu philosophischen Verallgemeinerungen, die so hohe abstrakte Kategorien wie \u201eMensch\u201c, \u201eLeben und Tod\u201c betreffen. Eine derartige Verschmelzung war mehr als charakteristisch f\u00fcr das Philosophieren Kants, beginnend mit den fr\u00fchen Abschnitten und bis zum Ende seines sch\u00f6pferischen Lebens. (Aber das ist schon eine Errungenschaft der Literatur und Philosophie der Epoche der Aufkl\u00e4rung.) Der fr\u00fche Kant, Verfasser eines anscheinend privaten Beileidsschreibens, w\u00e4re nicht Kant, wenn er darin nicht seine einfachen und verst\u00e4ndlichen <i>philosophischen Erw\u00e4gungen ausgesprochen h\u00e4tte, die sich auf die Lebensorientierungen, n\u00e4mlich die Sinnfragen des Lebens beziehen<\/i>.\u00a0 Ich z\u00e4hle sie kurz auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind erstens die in keiner Epoche (vielleicht besonders in unserer) ihre aufkl\u00e4rerische Bedeutung verlierenden kantischen Ideen \u00fcber die Verderblichkeit der Eitelkeit der Eitelkeiten, den \u201eungest\u00fcmen Lauf\u201d, die \u201eleichtsinnige Achtlosigkeit\u201d, die das Leben der Menschen erf\u00fcllen, anstelle der Sorge f\u00fcr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>eine ruhige Heiterkeit der Seele<\/i>\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausdrucksvoll und nahe am Kontext des allt\u00e4glichen Daseins vergleicht Kant unser Leben einer \u201eBr\u00fccke, welche die Vorsehung \u00fcber einen Teil des Abgrundes der Ewigkeit geschlagen hat\u201c<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn5\">[v]<\/a>. Wir, die wir uns f\u00fcr einen \u201eAugenblick\u201c der kosmischen Zeit auf dieser Br\u00fccke befinden, sind es, die &#8211; so stellt Kant bitter fest &#8211; <i>gewissen Wasserblasen nachlaufen. <\/i>Jeder kann leider an sich selbst nachpr\u00fcfen, wie Recht der gro\u00dfe Philosoph hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens lenkt Kant die Aufmerksamkeit auf einen anderen Widerspruch, der uns Menschen gut und im Alltag bekannt ist: Obwohl den Menschen \u201eunter allen \u00dcbeln vor dem Tode am meisten grauet, so scheint er doch auf\u00a0 das Beispiel desselben bei seinen Mitb\u00fcrgern sehr wenig Acht zu haben \u2026\u201c (Ebenda, S.\u00a040). Und gleich macht er noch eine genaue und ebenso bittere Anmerkung \u00fcber die Perioden von Kriegen und anderen sozialen Ersch\u00fctterungen, wenn eine \u201ekaltsinnige Gleichg\u00fcltigkeit\u201c der Individuen dem Tode anderer Menschen und \u00fcberhaupt dem Schicksal ihrer Mitb\u00fcrger gegen\u00fcber eine allt\u00e4gliche Tatsache wird. <i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Existentiellen \u00dcberlegungen \u00fcber den Tod, die typisch f\u00fcr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig junge Menschen sind \u2013 ohne Bezugnahme unmittelbar auf Kant \u2013 finden wir gleichsam wiederholt in vielen Werken der Weltliteratur. (Am meisten muss man an die wahrhaft paradigmatische Erz\u00e4hlung L. Tolstojs erinnern: \u201eDer Tod von Iwan Iljitsch\u201c.) Das zeugt von ihrer lebensnahen, dabei \u00fcbergeschichtlichen, existentiellen Verwurzelung, und am besten konnte sie gerade die Philosophie festhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drittens macht Kant in der hier analysierten Briefskizze ein selbstbiographisches Eingest\u00e4ndnis, das f\u00fcr unsere Problematik ebenfalls wichtig ist, weil es auf das Thema der Freundschaft zentriert ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Ich vergn\u00fcge mich mit meinen Freunden <\/i>(Ebenda, S. 40).<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">II.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versetzen wir uns im Geist in die Mitte der 60er Jahre des XVIII. Jahrhunderts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eBeobachtungen \u00fcber das Gef\u00fchl des Sch\u00f6nen und Erhabenen\u201d (1764), \u201eUntersuchung \u00fcber die Deutlichkeit der Grunds\u00e4tze der nat\u00fcrlichen Theologie und der Moral\u201d (1764), \u201eTr\u00e4ume eines Geistersehers, erl\u00e4utert durch Tr\u00e4ume der Metaphysik\u201d (1766), wie auch den eigent\u00fcmlichen Abschluss in Form seiner auf Latein geschriebenen Dissertation des Jahres 1770 \u201eDe mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis\u201c (\u201eVon der Form der Sinnen- und Verstandeswelt und ihren Gr\u00fcnden\u201c) sind alles philosophische Werke, die \u2013 im Unterschied zu dem anf\u00e4nglichen Abschnitt des kantischen Schaffens, wo das Interesse an der Natur vorherrschte \u2013 \u00fcberwiegend den Problemen des Menschen, der Religion, ethischen und \u00e4sthetischen Fragen, den R\u00e4tseln und Schwierigkeiten der menschlichen Erkenntnis zugewandt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ma\u00dfgebliche Biographen verkn\u00fcpfen diese augenscheinliche Wende in der Problemstellung nicht ohne Grund mit der Tatsache, dass Kant am 22. April 1764 die Schwelle des 40. Jahres seines Lebens \u00fcberschritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was war ihre Ursache? Sie wurden vor allem dadurch hervorgerufen, wie der Philosoph selbst die Schwelle von 40 Jahren im Leben eines Menschen einsch\u00e4tzte. \u201eSeiner psychologischen oder anthropologischen Theorie zufolge\u201c, schreibt M. K\u00fchn, \u201eist das vierzigste Jahr von h\u00f6chster Wichtigkeit.\u201c<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn6\">[vi]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Alter, so glaubt Kant, muss ein Mensch schon die Reife erlangen, sowohl beim Gebrauch seiner Vernunft als auch in Bezug auf seine Beziehungen zu anderen Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u2026 in Ansehung der Klugheit ist es das vierzigste Jahr, in dem wir zur Reife gelangen. Und was noch bedeutsamer ist, Kant war der Ansicht, dass wir einen Charakter endg\u00fcltig in unserem vierzigsten Jahr erwerben <\/i>(M.K\u00fchn, S.\u00a0174)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Wenn er eine vorl\u00e4ufige Bilanz seines Lebens zog, war Kant damit zufrieden? Offensichtlich empfand er keine volle Befriedigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kreis von Freunden, der sich fr\u00fcher um Kant gebildet hatte, dramatisch ver\u00e4nderte. Im Wesentlichen erlosch die Freundschaft mit dem damaligen Studienfreund und jetzigen Universit\u00e4tskollegen G. D. Kypke (1723\u20131779)<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn7\">[vii]<\/a>, einem Fachgelehrten f\u00fcr orientalische Sprachen und Englisch. Kurz vor dem vierzigsten Lebensjahr Kants starb pl\u00f6tzlich sein damals engster Freund Johann Daniel Funk (das ist schon der zweite Freund Kants mit diesem Familiennamen), der Rechtswissenschaft gelehrt hatte; sein Tod verd\u00fcsterte das vierzigste Lebensjahr Kants.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wenn es eine Krise gab, dann hat Kant sie ziemlich schnell \u00fcberwunden. Zudem vertritt der erw\u00e4hnte Biograph, Kant-Forscher und -Theoretiker M. K\u00fchn die Ansicht, dass um diese Zeit \u201eder neue Immanuel Kant\u201c geboren wurde (M.K\u00fchn, S.\u00a0181).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn nicht buchst\u00e4blich an der Schwelle seines Alters von 40 Jahren, so war es doch ungef\u00e4hr in der Mitte der 60er Jahre, dass Kant es auf eine oder andere Art lernte, seinen schwachen Organismus ganz ertr\u00e4glich zu steuern,\u00a0\u00a0\u00a0 und zwar dank einer wahrhaft philosophischen Beziehung zu ihm. Aufgrund von Selbsterkenntnis und Selbstbeobachtung verstand es der Philosoph, die Funktionen seines im Allgemeinen schwachen K\u00f6rpers vorteilhaft mit denen seines starken Geistes und Verstandes in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0E. J. Solowjow hat in seiner gl\u00e4nzenden Skizze \u2013 mit einem im gegebenen Fall ausdruckvollen Titel, der die den Russen bekannten poetischen Zeilen wiederholt \u201eM\u00f6ge Gott mich nicht den Verstand verlieren lassen \u2026\u201c gezeigt, wie all das im Verlauf von Kants Leben mit der Besorgtheit des Philosophen nicht nur \u00fcber seine physische, sondern auch seine seelische Gesundheit verflochten war und wie sehr alle solchen t\u00e4glichen Besorgnisse sich in der \u201eAnthropologie\u201c Kants verk\u00f6rperten<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn8\">[viii]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kant beschloss dass auch ein Philosoph den Menschen nach M\u00f6glichkeit helfen solle, diese ihre schon grundlegende Allt\u00e4glichkeit zu beherrschen, indem er ihnen seine Erfahrung mitteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Die geregelte Lebensweise, die Kant einhielt, war vielleicht nur eine einfache und schlichte Form der geistigen Hygiene, aber es ist nicht uninteressant zu bemerken, da\u00df Kant es f\u00fcr erforderlich hielt, sie anzuwenden. Es war ein Vorgehen, das nicht aus M\u00fc\u00dfiggang, sondern aus der Not geboren war <\/i>(M.\u00a0K\u00fchn. Ibidem, S.\u00a0184).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin mit M. K\u00fchn v\u00f6llig darin einverstanden, dass die Erfahrung Kants, seine Lebenskrise zu \u00fcberwinden, die den Denker damals und sp\u00e4ter zu philosophisch-theoretischen \u00dcberlegungen anregte, mit dem gl\u00fccklichen Umstand verbunden war, dass\u00a0\u00a0 sich gerade in den Jahren 1764\u201365\u00a0um Kant eine neuer Kreis von Freunden bildete oder eher diejenige enge Gemeinschaft, die man in Deutschland\u00a0 \u201eTischgesellschaft\u201d nannte.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">\u00dcber die sozialhistorische Bedeutung des Begriffs \u201eTischgesellschaft\u201d und \u201eTischgenossen\u201d im Deutschland des XVIII.\u00a0Jahrhunderts<br \/>\n(am Beispiel des Kreises der Freunde Kants)<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der hervorragende Philosoph unserer Zeit hat all das in seiner fr\u00fchen Arbeit (Habilitationsschrift 1962) \u201eStrukturwandel der \u00d6ffentlichkeit\u201c analysiert, die mehrere Auflagen erlebte und auch heute nicht vergessen ist<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn9\">[ix]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade in diesem Buch bestimmt er \u2013 zusammen mit anderen\u00a0\u2013 auch die interessante, wesentliche Struktur, die man \u201edie gelehrten Tischgemeinschaften\u201d nennt, d. h.\u00a0 hier: eine Gemeinschaft gebildeter Menschen, die sich am Mittagstisch versammeln. Unter diese Definition (und ihre Entschl\u00fcsselung) passt gut die Lebensweise der Freunde, die sich zu verschiedenen Zeiten um Kant versammelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erinnere kurz an die bekannten Tatsachen und ziehe eher etwas ungewohnte Schl\u00fcsse auf ihre durchgreifende Bedeutung im Leben Kants. Eine Aufl\u00f6sung des R\u00e4tsels der Bedeutung im Alltag und der Dauerhaftigkeit im Laufe des ganzen Lebens des Freundeskreises Kants sieht man zu Recht in einer auf den ersten Blick paradoxen Besonderheit. Es handelte sich n\u00e4mlich nicht um eine Freundschaft eher aus Anlass eines gemeinsamen Dienstes (in der Universit\u00e4t), noch weniger um eine Freundschaft aufgrund der Zugeh\u00f6rigkeit zu demselben Beruf und nicht um die Freundschaft von Menschen einer Generation. Sie war einfach <i>eine Freundschaft der Mu\u00dfe<\/i>. Aber <i>einer solchen Mu\u00dfe<\/i>, die einen <i>Charakter annahm, der den Sinn des Lebens betraf und f\u00fcr das Dasein dieser Menschen h\u00f6chst wichtig war, zugleich aber auch einen sozialen Sinn hatte<\/i>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gut bekannten dieser Art Tatsachen sollte man nicht nur und nicht so sehr im direkten und unmittelbaren Sinne eines Zeitvertreibs verstehen. Sie hatten vor allem eine wesentliche Bedeutung im Leben von Kant selbst und in seinem Schaffen. In der Abwechslung von seinen Besch\u00e4ftigungen kam ihnen eine nicht geringere Rolle zu als den ber\u00fchmten Spazierg\u00e4ngen. Wie bekannt, war Kant physisch wenig geeignet und deshalb nicht geneigt zum \u201eOrtswechsel\u201c, zum Eintauchen in das Dickicht des gew\u00f6hnlichen Lebens; die st\u00e4ndige, t\u00e4gliche Anwesenheit am Mittagstisch, in den Stunden eines ungezwungenen Umgangs ohne \u00e4u\u00dfere Fesseln, von Menschen verschiedener Generationen und T\u00e4tigkeiten und von solchen, die aus anderen L\u00e4ndern kamen, gab dem Philosophen also die einzige ihm zug\u00e4ngliche M\u00f6glichkeit, <i>sich mit der weiten Welt des gew\u00f6hnlichen Lebens bekanntzumachen<\/i>, mit ihren Problemen und ihrer Wirklichkeit, d. h. mit der Welt au\u00dferhalb der philosophischen Besch\u00e4ftigungen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mit anderen Worten, die \u201eLebenswelt\u201d, um einen sp\u00e4teren Terminus Husserls zu gebrauchen, trat in die anscheinend verschlossene, begrenzte kleine Welt einer \u201egelehrten\u201c Daseinsweise ein\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr ihn selbst erforderte die Aneignung dessen allerdings eine ungew\u00f6hnliche Offenheit in Bezug auf Menschen, Ereignisse und Lebenstatsachen. Aber die war Kant in h\u00f6chstem Grade zu eigen.\u00a0 Beispiele, die das best\u00e4tigen, sind gut bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich f\u00fchre eine konkrete historische Illustration an, die uns im Einzelnen hilft, die Linien und Formen der Einwirkung zu verstehen, die das allt\u00e4gliche Leben und der Freundeskreis auf das Leben und das philosophische Schaffen Kants aus\u00fcbten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Jahren 1764-65 erschienen in seinem Leben neue, dazu noch recht ungew\u00f6hnliche Freunde. Das waren die Engl\u00e4nder Joseph Green und Robert Motherby (1736-1801). Zu Anfang lernte Kant Green kennen, einen englischen Kaufmann, der in K\u00f6nigsberg mit allem m\u00f6glichen handelte (Weizen, Hering, Kohle, Manufakturwaren) \u2026\u00a0 Die Historiker K\u00f6nigsbergs teilen mit, dass J. Green in der englischen Kolonie dieser Stadt zu den reichsten und angesehensten Vertretern des Handelsstandes geh\u00f6rte\u00a0 (Vgl. M.\u00a0K\u00fchn, op. cit., S.\u00a0185, 543).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was R. Motherby betrifft, begann er als junger Mann in K\u00f6nigsberg in der Firma Greens zu arbeiten und \u00fcbernahm nach dessen Tod ihre Leitung<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_edn10\">[x]<\/a>. Beide Engl\u00e4nder wurden engste Freunde Kants, seine \u201cTischgenossen\u201d, st\u00e4ndige Gespr\u00e4chspartner am Mittagstisch. Aber auch tagt\u00e4gliche Teilnehmer an den Ereignissen seines Lebens. Manchmal erkl\u00e4rt man die Dauerhaftigkeit der Freundschaft Kants mit Green und Motherby damit, dass die Engl\u00e4nder als Gesch\u00e4ftsleute sich um die anfangs recht bescheidenen Ersparnisse Kants k\u00fcmmerten. Tats\u00e4chlich machten sie ihre Sache so gut, dass Kant \u00fcber Jahrzehnte seines Lebens hinweg frei von finanziellen Sorgen war. Und am Ende seiner Tage verf\u00fcgte er sogar \u00fcber Ersparnisse von 43.000 Gulden, was in der damaligen Zeit eine bedeutende Summe war (Ibidem, S.\u00a0189).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der bescheidenen Anspr\u00fcche Kants kann man zu der festen \u00dcberzeugung kommen: Alle diese Umst\u00e4nde, wenn sie auch f\u00fcr das Leben nicht unwichtig waren, waren wichtige Voraussetzungen und Erkl\u00e4rungen f\u00fcr eine ungew\u00f6hnliche Freundschaft. Nach meiner Ansicht waren zwei Faktoren aber wesentlicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Faktor war: Es zeigte sich eine erstaunliche Verwandtschaft <i>der einfachen allt\u00e4glichen Lebensgewohnheiten<\/i> Kants und seiner englischen Freunde.\u00a0 \u00dcber den Charakter und die Pers\u00f6nlichkeit Greens hat man oft gesagt: er lebte \u201enach den strengsten Regeln oder Maximen\u201c (M.\u00a0K\u00fchn, op. cit., S.\u00a0185). In anderen Worten, das war eine im Leben Kants erschienene Person, die die zuk\u00fcnftigen theoretisch-moralischen Aussagen Kants \u00fcber \u201eImperative\u201c und \u201eMaximen\u201c verk\u00f6rperte. Da Kant in vielen Dingen selbst so ein Mensch war, befreundete er sich eng mit diesem Engl\u00e4nder. \u00dcber die Freundschaft mit Green hat M. K\u00fchn zu Recht geschrieben: \u201eEs war nicht eine blo\u00df \u201a\u00e4sthetische\u2018, sondern eine \u201amoralische\u2018 Freundschaft\u201c (M.\u00a0K\u00fchn, op. cit., S.\u00a0188). Au\u00dferdem war Green, wie es Zeitgenossen bezeugen, aufgrund seiner Interessen und seines Charakters eher ein Gelehrter als ein Kaufmann. Was die Strenge in der Befolgung allt\u00e4glicher Lebensregeln betrifft, tat er all das strikter als selbst Kant, wodurch er seiner Umgebung als Beispiel f\u00fcr einen Pedanten diente. Man nimmt an, dass Green das Vorbild f\u00fcr die Hauptperson des damals popul\u00e4ren Theaterst\u00fccks von Th. G. v. Hippel war \u201eDer Mann nach der Uhr\u201c. \u00dcber viele Jahre hinweg scharte sich um Green und seine englischen Freunde ein Kreis von t\u00e4glichen Tischgenossen. Bis der Philosoph ein eigenes Haus erwarb, versammelten sie sich bei dem gastfreundlichen Green, und nach dessen Tod in dem warmherzigen Familienkreise Motherby, wo Kant sich insbesondere im Umgang mit Kindern von seiner besten Seite zeigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweite Faktor ist nicht weniger wichtig und in philosophischer Hinsicht sogar noch bedeutsamer. Es geht darum, die die englischen Kaufmannsfreunde, Menschen von hoher Bildung (was auf seine Art f\u00fcr das Jahrhundert der Aufkl\u00e4rung typisch war)\u00a0 den wohl allt\u00e4glichen Einfluss der englischen Kultur auf ihren bedeutenden Freund wesentlich verst\u00e4rkten. Dar\u00fcber sagt M. K\u00fchn voller \u00dcberzeugung: \u201eEbenso wie Kant liebte Green Hume und Rousseau.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00fchn f\u00fchrt noch ein Zeugnis des Forschers Reicke an: \u00abDer Umgang mit dem originalen h\u00f6chst rechtschaffenen Engl\u00e4nder Green hat gewi\u00df nicht wenig Einflu\u00df auf Kants Denkart und besonders auf sein Studium englischer Schriftsteller gehabt\u201c (M.\u00a0K\u00fchn, op. cit., S.\u00a0186).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So schrieb einer von den Freunden Herders (Scheffner) ihm im Jahre 1766: \u00abDer Magister [Kant] ist jetzt best\u00e4ndig in Engelland weil Hume u. Rousseau da sind, von denen sein Freund Herr Green ihm bisweilen etwas schreibt\u00bb (M.\u00a0K\u00fchn, op. cit, S.\u00a0185).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die den Fachleuten bekannte Lebhaftigkeit, womit Kant sich gerade seit dieser Zeit f\u00fcr die Philosophie Humes\u00a0 interessierte und das sp\u00e4ter best\u00e4ndig beibehielt, kann man zu Recht mit der gerade beschriebenen Lebensallt\u00e4glichkeit und der Einwirkung des Freundeskreises verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt wenden wir uns aber der sozialhistorischen Bedeutung \u00e4hnlicher \u201eTischgesellschaften\u201d gerade in dem kantischen, dem XVIII. Jahrhundert zu. Wir verwenden die oben erw\u00e4hnten Forschungen von Habermas.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">* * *<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sprechen wir kurz \u00fcber die \u2013 aus meiner Sicht \u2013 wichtigsten Momente des Buchs von J. Habermas\u00a0 \u201eStrukturwandel der \u00d6ffentlichkeit\u201d, die sich auf die Rolle der\u00a0 \u201eTischgemeinschaften\u201d im Deutschland des XVIII. Jahrhunderts beziehen und, wie gesagt, vollst\u00e4ndig durch die historische Erfahrung des Freundeskreises von Kant best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a01. Im Unterschied zu den anscheinend \u00e4hnlichen, noch vor kurzem tonangebenden, zum Hof geh\u00f6renden \u201eTischgemeinschaften\u201c spielte in privaten, mit dem Kreise Kants vergleichbaren Gesellschaften, so weist Habermas nach, <i>die Hierarchie der Gesellschaftsschicht keine Rolle<\/i>. Und wenn in ihnen vornehme, (verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig) reiche Menschen auftauchten oder dort st\u00e4ndig zugelassen wurden, dann wurden sie\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eals blo\u03b2e Menschen\u201c wahrgenommen und mussten sich \u201eeinfach wie Menschen\u201c benehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Auf gleiche Weise beobachtete man einen weit gr\u00f6\u00dferen Abstand der Tischgesellschaften von Menschen, die Machtstrukturen oder \u2013Instanzen vertraten, als in den noch vor kurzem modernen Salons (wo \u00fcbrigens, wie es in Frankreich der Fall war, \u201egeistige Ber\u00fchmtheiten\u201c, Schriftsteller, Philosophen, Gelehrte\u00a0 bedeutsamere Figuren waren als vornehme oder Macht aus\u00fcbende Menschen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Wie Habermas aufzeigt, waren die Tischgesellschaften eine der Formen, durch die sich historisch <i>die perspektivische Tendenz einer organisatorischen Formierung von \u201eDiskussionen von Privatleuten\u201c<\/i> Bahn brach, die auf den parit\u00e4tischen Grundlagen eines \u201eblo\u03b2 Menschlichen\u201c, des Daseins, des Rechts und der W\u00fcrde entstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. Wie Habermas richtig hervorhebt, waren die Folgen vielf\u00e4ltig und sehr wichtig, besonders f\u00fcr die Literatur, Kunst und Wissenschaft, aber auch f\u00fcr die soziale Organisation der geistigen Lebens- und Kulturformen einschlie\u00dflich der Philosophie. Eine von ihnen war: B\u00fccher und Kunstwerke h\u00f6rten auf, geistige Einzelerscheinungen zu sein, die \u201eErlaubnis\u201c zu deren Ver\u00f6ffentlichung und Verbreitung und deren Bewertung von den regierenden Hofkreisen ausgingen, von der Kirche usf. Wie Habermas zutreffend unterstreicht, erlangten sie eine Abh\u00e4ngigkeit \u201evon der Reproduktion des gesellschaftlichen Lebens\u201c, die von der modernen Epoche abh\u00e4ngig war\u00a0 (<i>J.\u00a0Habermas<\/i>. Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit, S.\u00a098)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles, was der Sozialphilosoph J. Habermas \u00fcber die \u201eTischgesellschaften\u201d sagt, bezieht sich auch auf die freundschaftlichen Gemeinschaften um Kant. Mit einigen wesentlichen Zus\u00e4tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht schon zu Anfang von Kants Leben als Universit\u00e4tsdozent, sondern genau seit den 60er Jahren, \u00fcber die wir hier sprechen, versammelten sich Menschen gerade um ihn als geistiges Zentrum, angezogen von dem mehr oder weniger klaren Gef\u00fchl, dem Verst\u00e4ndnis (Vor-verst\u00e4ndnis und sogar der Einsicht), dank Kant <i>an allt\u00e4glichen Ereignissen von Weltbedeutung <\/i>teilzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b>Beschluss <\/b><b><\/b><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ich habe diesen Aufsatz dem Jubil\u00e4um von E. J. Solowjow gewidmet. In unserem Lande, aber auch in denjenigen L\u00e4ndern, in denen man noch die Geschichte der Philosophie, insbesondere die Kant-Forschung\u00a0 sch\u00e4tzt, ben\u00f6tigt dieser hervorragende Philosoph keine besondere Vorstellung.\u00a0 Bekannt ist seine bahnbrechende Rolle bei der Interpretation dieses unaufl\u00f6sbaren Zusammenhangs zwischen der \u201eAllt\u00e4glichkeit\u201c und der Philosophie, im Einzelnen auch in der Besonderheit der Philosophie Kants, die hier zum profilierenden Thema geworden ist. In seinen Arbeiten \u00fcber die kantische Ethik und Rechtsphilosophie hat es E. Solowjow verstanden, unvergleichlich fein, manchmal unerwartet, aber immer beweiskr\u00e4ftig die Linien von den Problemen der Allt\u00e4glichkeit bis zu den feinsten, sch\u00e4rfsten kantischen \u00dcberlegungen zu ziehen.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und noch: Erich Jurjewitsch ist selbst ein Beispiel daf\u00fcr, wie seine Pers\u00f6nlichkeit, seine originelle, unwiederholbare poetische Begabung, die am meisten in den nicht \u00fcberwachten Gemeinschaftskreisen, insbesondere in den Tischgemeinschaften der sowjetischen Zeit hervortraten, \u00fcber diese Zeit Zeugnis ablegten und auf sie einwirkten.\u00a0 Es ist nicht erstaunlich, dass das Denken Kants im Leben dieses gl\u00e4nzenden Philosophen das haupts\u00e4chliche Feld seiner historisch-philosophischen Arbeit und seiner pers\u00f6nlichen Begeisterung war.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref1\">[i]<\/a> \u00dcber die Geschichte der \u201eGesellschaft der Freunde Kants\u201c und ihrer Wiedergeburt in unseren Tagen in Gestalt der \u201eGesellschaft der Freunde Kants und K\u00f6nigsbergs\u201c vgl.: <a href=\"http:\/\/www.freunde-kants.com\/\">www.freunde-kants.com<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref2\">[ii]<\/a> <i>Kants Werke<\/i>. Akademie Textausgabe, Band II, S. 33.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref3\">[iii]<\/a> Ebenda, S. 37 &#8211; 44<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref4\">[iv]<\/a><i>Immanuel Kant<\/i>. Sein Leben in Darstellungen von Zeitgenossen. Die Biographien von L.E.Borowski; R.B.Jachmann und E.A.Ch. Wasianski. Darmstadt. 1993. \u0414\u0430\u043b\u0435\u0435 \u0441\u043e\u043e\u0442\u0432\u0435\u0442\u0441\u0442\u0432\u0443\u044e\u0449\u0438\u0435 \u0446\u0438\u0442\u0430\u0442\u044b \u0438 \u0441\u0441\u044b\u043b\u043a\u0438 \u0434\u0430\u044e\u0442\u0441\u044f \u0432 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442\u0435 \u043c\u043e\u0435\u0439 \u0441\u0442\u0430\u0442\u044c\u0438 \u043f\u043e \u044d\u0442\u043e\u043c\u0443 \u0438\u0437\u0434\u0430\u043d\u0438\u044e \u2013 \u0441 \u0443\u043a\u0430\u0437\u0430\u043d\u0438\u0435\u043c, \u0447\u044c\u0438 \u0438\u043c\u0435\u043d\u043d\u043e \u0431\u0438\u043e\u0433\u0440\u0430\u0444\u0438\u0438 \u0438 \u043a\u0430\u043a\u0438\u0435 \u0441\u0442\u0440\u0430\u043d\u0438\u0446\u044b \u0438\u043c\u0435\u044e\u0442\u0441\u044f \u0432 \u0432\u0438\u0434\u0443 (\u041d\u0430\u043f\u0440\u0438\u043c\u0435\u0440: Wasianski, S\u2026).<\/p>\n<p>\u041d\u0435 \u0432\u0434\u0430\u0432\u0430\u044f\u0441\u044c \u0432 \u0434\u0435\u0442\u0430\u043b\u0438 \u043f\u0440\u043e\u0431\u043b\u0435\u043c\u044b \u0438\u0441\u0442\u043e\u0447\u043d\u0438\u043a\u043e\u0432, \u0432 \u043e\u0431\u0449\u0435\u0439 \u0444\u043e\u0440\u043c\u0435 \u043e\u0442\u043c\u0435\u0447\u0443: \u043a\u043e\u043d\u043a\u0440\u0435\u0442\u043d\u044b\u043c \u0441\u0442\u0438\u043c\u0443\u043b\u043e\u043c \u0434\u043b\u044f \u043f\u0440\u0435\u0434\u043b\u0430\u0433\u0430\u0435\u043c\u043e\u0433\u043e \u0437\u0434\u0435\u0441\u044c \u0438\u0441\u0441\u043b\u0435\u0434\u043e\u0432\u0430\u043d\u0438\u044f \u0431\u044b\u043b\u043e, \u0441 \u043e\u0434\u043d\u043e\u0439 \u0441\u0442\u043e\u0440\u043e\u043d\u044b, \u0442\u043e, \u0447\u0442\u043e \u0432\u0442\u043e\u0440\u043e\u0438\u0441\u0442\u043e\u0447\u043d\u0438\u043a\u043e\u0432 \u0434\u043b\u044f \u043d\u0435\u0433\u043e \u043d\u0430\u043a\u043e\u043f\u0438\u043b\u043e\u0441\u044c \u043d\u0435\u043c\u0430\u043b\u043e, \u043d\u043e \u0447\u0442\u043e, \u0441 \u0434\u0440\u0443\u0433\u043e\u0439 \u0441\u0442\u043e\u0440\u043e\u043d\u044b, \u0432 \u0441\u043b\u043e\u0436\u0438\u0432\u0448\u0435\u043c\u0441\u044f \u043c\u0430\u0441\u0441\u0438\u0432\u0435 \u043a\u0430\u043d\u0442\u043e\u0432\u0435\u0434\u0435\u043d\u0438\u044f (\u043e\u0441\u043e\u0431\u0435\u043d\u043d\u043e \u0432 \u0420\u043e\u0441\u0441\u0438\u0438) \u043e\u0442\u0434\u0435\u043b\u044c\u043d\u044b\u0445 \u0440\u0430\u0431\u043e\u0442, \u0434\u0435\u0439\u0441\u0442\u0432\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c\u043d\u043e <i>\u0443\u0432\u044f\u0437\u044b\u0432\u0430\u044e\u0449\u0438\u0445<\/i> \u0436\u0438\u0437\u043d\u044c \u0441\u0430\u043c\u043e\u0433\u043e \u041a\u0430\u043d\u0442\u0430, \u0431\u043b\u0438\u0437\u043a\u0438\u0445 \u0435\u043c\u0443 \u043b\u044e\u0434\u0435\u0439 \u0438 \u0435\u0433\u043e \u0444\u0438\u043b\u043e\u0441\u043e\u0444\u0438\u044e, \u0434\u0430\u043b\u0435\u043a\u043e \u043d\u0435\u0434\u043e\u0441\u0442\u0430\u0442\u043e\u0447\u043d\u043e. \u0414\u0430 \u0438 \u043e\u043d\u0438 \u043f\u043b\u043e\u0445\u043e \u0438\u0437\u0432\u0435\u0441\u0442\u043d\u044b \u043d\u0435 \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u0448\u0438\u0440\u043e\u043a\u043e\u0439 \u043f\u0443\u0431\u043b\u0438\u043a\u0435, \u043d\u043e \u0438 \u0444\u0438\u043b\u043e\u0441\u043e\u0444\u0430\u043c, \u0432\u043a\u043b\u044e\u0447\u0430\u044f \u043a\u0430\u043d\u0442\u043e\u0432\u0435\u0434\u043e\u0432.<\/p>\n<p>\u0412 \u0420\u043e\u0441\u0441\u0438\u0438 \u043e\u043a\u0430\u0437\u0430\u043b\u0438\u0441\u044c \u043f\u043e\u0447\u0442\u0438 \u0447\u0442\u043e \u0437\u0430\u0431\u044b\u0442\u044b\u043c\u0438 \u0440\u0430\u0437\u0440\u0430\u0431\u043e\u0442\u043a\u0438 \u043d\u0430 \u044d\u0442\u0438 \u0442\u0435\u043c\u044b \u0432 \u043e\u0442\u0435\u0447\u0435\u0441\u0442\u0432\u0435\u043d\u043d\u043e\u0439 \u0444\u0438\u043b\u043e\u0441\u043e\u0444\u0438\u0438, \u043f\u0440\u0435\u0436\u0434\u0435 \u0432\u0441\u0435\u0433\u043e \u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0430\u0442\u0435\u043b\u044c\u043d\u0430\u044f \u043a\u043d\u0438\u0433\u0430 (\u0441\u043e\u0432\u0435\u0442\u0441\u043a\u043e\u0433\u043e \u0432\u0440\u0435\u043c\u0435\u043d\u0438) \u0410.\u0412.\u00a0\u0413\u0443\u043b\u044b\u0433\u0438 \u00ab\u041a\u0430\u043d\u0442\u00bb (\u0432 \u0441\u0435\u0440\u0438\u0438 \u0416\u0417\u041b) \u2013 \u0430 \u0432\u0435\u0434\u044c \u0432 \u0413\u0435\u0440\u043c\u0430\u043d\u0438\u0438 \u0435\u0435 \u0438 \u0441\u0435\u0433\u043e\u0434\u043d\u044f \u0447\u0438\u0442\u0430\u044e\u0442 \u0438 \u043f\u043e\u0447\u0438\u0442\u0430\u044e\u0442. \u00ab\u041a\u0430\u043d\u0443\u043b\u0438 \u0432 \u043b\u0435\u0442\u0443\u00bb (\u0432 \u044d\u043f\u043e\u0445\u0443 \u0438\u043d\u0442\u0435\u0440\u043d\u0435\u0442\u0430) \u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0430\u0442\u0435\u043b\u044c\u043d\u044b\u0435 \u0444\u043e\u043b\u0438\u0430\u043d\u0442\u044b, \u0440\u0430\u043d\u0435\u0435 \u043f\u0435\u0440\u0435\u0432\u0435\u0434\u0435\u043d\u043d\u044b\u0435 \u0432 \u0420\u043e\u0441\u0441\u0438\u0438 (\u043d\u0430\u043f\u0440\u0438\u043c\u0435\u0440, \u043a\u043d\u0438\u0433\u0430 \u041a\u0443\u043d\u043e \u0424\u0438\u0448\u0435\u0440\u0430 \u043e \u041a\u0430\u043d\u0442\u0435)\u2026<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref5\">[v]<\/a> <i>Kants Werke, <\/i>op. cit., S. 39.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref6\">[vi]<\/a> M. K\u00fchn. Kant. Eine Biographie. Verlag C.H.\u00a0Beck. M\u00fcnchen, 2003. S.\u00a0179 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref7\">[vii]<\/a> \u041f\u043e\u0434\u0440\u043e\u0431\u043d\u0435\u0435 \u043e \u041a\u0438\u043f\u043a\u0435 \u0438 \u0434\u0440\u0443\u0433\u0438\u0445 \u0434\u0440\u0443\u0437\u044c\u044f\u0445 \u041a\u0430\u043d\u0442\u0430 \u0441\u043c. <i>\u041f\u0440\u0438\u043b\u043e\u0436\u0435\u043d\u0438\u0435<\/i> \u043a \u0434\u0430\u043d\u043d\u043e\u043c\u0443 \u043e\u0447\u0435\u0440\u043a\u0443\u00bb \u00ab\u0414\u0440\u0443\u0437\u044c\u044f \u041a\u0430\u043d\u0442\u0430\u00bb<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref8\">[viii]<\/a> <i>\u0421\u043e\u043b\u043e\u0432\u044c\u0435\u0432 \u042d.\u042e.<\/i> \u201c\u041d\u0435 \u0434\u0430\u0439 \u043c\u043d\u0435 \u0431\u043e\u0433 \u0441\u043e\u0439\u0442\u0438 \u0441 \u0443\u043c\u0430\u2026\u201d (\u043c\u0430\u043a\u0441\u0438\u043c\u0430 \u0441\u0430\u043c\u043e\u0441\u043e\u0445\u0440\u0430\u043d\u0435\u043d\u0438\u044f \u0440\u0430\u0437\u0443\u043c\u0430 \u0432 \u0430\u043d\u0442\u0440\u043e\u043f\u043e\u043b\u043e\u0433\u0438\u0438 \u041a\u0430\u043d\u0442\u0430 \/\/ \u0418\u0441\u0442\u043e\u0440\u0438\u043a\u043e-\u0444\u0438\u043b\u043e\u0441\u043e\u0444\u0441\u043a\u0438\u0439 \u0435\u0436\u0435\u0433\u043e\u0434\u043d\u0438\u043a. 2011. \u041c.: \u041a\u0430\u043d\u043e\u043d+. \u0421.\u00a0205-232.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref9\">[ix]<\/a> <i>J. Habermas.<\/i> Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit. Fr.a\/M, Suhrkamp. 1990.(Unver\u00e4nderter Nachdruck der zuerst 1962). \u0414\u0430\u043b\u0435\u0435 \u044d\u0442\u043e \u043f\u0440\u043e\u0438\u0437\u0432\u0435\u0434\u0435\u043d\u0438\u0435 \u0446\u0438\u0442\u0438\u0440\u0443\u0435\u0442\u0441\u044f \u0432 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442\u0435 \u0441\u0442\u0430\u0442\u044c\u0438.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/Desktop\/%D0%9C%D0%BE%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%20%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BE%D0%BA%D1%80%D0%B0%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9%20%D0%B4%D0%BE%D0%BA%D0%BB%D0%B0%D0%B4.doc#_ednref10\">[x]<\/a> \u041f\u043e\u0434\u0440\u043e\u0431\u043d\u0435\u0435 \u043e \u0436\u0438\u0437\u043d\u0438, \u0434\u0435\u044f\u0442\u0435\u043b\u044c\u043d\u043e\u0441\u0442\u0438 \u041c\u043e\u0442\u0435\u0440\u0431\u0438, \u0435\u0433\u043e \u0434\u0440\u0443\u0436\u0431\u0435 \u0441 \u041a\u0430\u043d\u0442\u043e\u043c, \u043a\u043e\u0442\u043e\u0440\u043e\u0433\u043e \u0430\u043d\u0433\u043b\u0438\u0439\u0441\u043a\u0438\u0439 \u0434\u0440\u0443\u0433 \u043f\u0435\u0440\u0435\u0436\u0438\u043b \u0432\u0441\u0435\u0433\u043e \u043d\u0430 \u043e\u0434\u0438\u043d \u0433\u043e\u0434, \u0441\u043c. \u0432 <i>\u041f\u0440\u0438\u043b\u043e\u0436\u0435\u043d\u0438\u0438<\/i> \u043a\u0440\u0430\u0442\u043a\u0438\u0439 \u043e\u0447\u0435\u0440\u043a, \u043d\u0430\u043f\u0438\u0441\u0430\u043d\u043d\u044b\u0439 \u041c\u0430\u0440\u0438\u0430\u043d\u043d\u043e\u0439 \u041c\u043e\u0442\u0435\u0440\u0431\u0438, \u043a\u043e\u0442\u043e\u0440\u0430\u044f \u043f\u0440\u0438\u043d\u0430\u0434\u043b\u0435\u0436\u0438\u0442 \u043a \u043f\u0440\u044f\u043c\u044b\u043c \u043f\u043e\u0442\u043e\u043c\u043a\u0430\u043c \u0420\u043e\u0431\u0435\u0440\u0442\u0430 \u041c\u043e\u0442\u0435\u0440\u0431\u0438. \u0412 \u043d\u0430\u0441\u0442\u043e\u044f\u0449\u0435\u0435 \u0432\u0440\u0435\u043c\u044f \u043e\u043d\u0430 \u0436\u0438\u0432\u0435\u0442 \u0432 \u0411\u0435\u0440\u043b\u0438\u043d\u0435, \u044f\u0432\u043b\u044f\u0435\u0442\u0441\u044f \u043e\u0434\u043d\u0438\u043c \u0438\u0437 \u0440\u0443\u043a\u043e\u0432\u043e\u0434\u044f\u0449\u0438\u0445 \u043b\u0438\u0446 \u043e\u0431\u044a\u0435\u0434\u0438\u043d\u0435\u043d\u0438\u044f \u041d\u0435\u043c\u0435\u0446\u043a\u0438\u0445 \u0436\u0435\u043b\u0435\u0437\u043d\u044b\u0445 \u0434\u043e\u0440\u043e\u0433. \u0410\u043a\u0442\u0438\u0432\u043d\u043e \u0440\u0430\u0431\u043e\u0442\u0430\u0435\u0442 \u0432 \u00ab\u041e\u0431\u0449\u0435\u0441\u0442\u0432\u0435 \u0434\u0440\u0443\u0437\u0435\u0439 \u041a\u0430\u043d\u0442\u0430 \u0438 \u041a\u0451\u043d\u0438\u0433\u0441\u0431\u0435\u0440\u0433\u0430\u00bb \u0432 \u043a\u0430\u0447\u0435\u0441\u0442\u0432\u0435 \u0437\u0430\u043c\u0435\u0441\u0442\u0438\u0442\u0435\u043b\u044f \u041f\u0440\u0435\u0434\u0441\u0435\u0434\u0430\u0442\u0435\u043b\u044f.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich widme diese Skizze dem Jubil\u00e4um von Erich Jurjewitsch Solowjow, Kantforscher von Weltklasse, gl\u00e4nzender satirischer Poet und langj\u00e4hriger Freund Unter den Vorurteilen, an deren Anwachsen sowohl die Urheber als auch die Leser philosophischer Werke in gleicher Weise teilhaben, und ebenso auch diejenigen, die Philosophie lernen und die sie unterrichten, ist eins der am weitesten verbreiteten: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":373,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=372"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":374,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions\/374"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}