{"id":345,"date":"2014-04-04T15:00:45","date_gmt":"2014-04-04T15:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kant-online.ru\/en\/?p=345"},"modified":"2014-04-04T15:00:45","modified_gmt":"2014-04-04T15:00:45","slug":"busch-werner-etwas-von-kant-wissen-oder-kant-lesen-zur-deutschen-kant-didaktik-mit-einem-internationalen-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kant-online.ru\/en\/busch-werner-etwas-von-kant-wissen-oder-kant-lesen-zur-deutschen-kant-didaktik-mit-einem-internationalen-ausblick\/","title":{"rendered":"Busch, Werner. Etwas von Kant wissen oder Kant lesen? Zur deutschen Kant-Didaktik mit einem internationalen Ausblick"},"content":{"rendered":"<p>In einem Gespr\u00e4ch stellt Reinhard Brandt fest, dass auf allen Philosophie-Kongressen\u00a0 Platon und Kant immer noch zu den Hauptrednern geh\u00f6ren. [1, 11] G\u00e4be es ein Weltkulturerbe Philosophie, geh\u00f6rten beide Philosophen an erster Stelle dazu. Nun m\u00fcssen alle kulturellen Werte gepflegt werden, damit sie nicht der Verwahrlosung und dem Vergessen anheimfallen, sondern sachgerecht und zeitgem\u00e4\u00df erhalten bleiben. An den Universit\u00e4ten gibt es in globalem Ma\u00dfstab nat\u00fcrlich eine ausgepr\u00e4gte Kant-Kultur, die sich\u00a0\u00a0 in den bekannten internationalen Kongressen, Gesellschaften und einer fast un\u00fcbersehbaren Zahl von Fachver\u00f6ffentlichungen niederschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Allerdings stellt sich die Frage, ob sich eine philosophische Kant-Kultur auf Dauer sinnvoll erhalten kann, wenn man nicht die einf\u00fchrenden Lernprozesse in den Schulen ber\u00fccksichtigt. Diese Frage gewinnt an Bedeutung angesichts der Tatsache,\u00a0 dass Kant seine eigenen Studenten im Alter unserer Oberstufensch\u00fcler unterrichtete. Ausgeweitet wird die Philosophie-Kultur zur Zeit international \u2013 stark von Kant gepr\u00e4gt, wie noch zu sehen sein wird \u2013 durch die Bewegung einer Philosophie f\u00fcr Jugendliche und Kinder.<\/p>\n<p>Die derzeitige didaktische Gesamtlage ist dadurch gepr\u00e4gt, dass die Informationsm\u00f6glichkeiten besonders durch elektronische Medien in den vergangenen 20 Jahren enorm zugenommen haben und in einem guten Sinne noch zunehmen. Dabei besteht die Gefahr, dass in Hinsicht auf den mentalen Energiehaushalt die F\u00e4higkeit zur Erarbeitung prim\u00e4rer komplexer Texte an zweite Stelle r\u00fcckt. Kann aber eine kulturell breit gef\u00e4cherte Kant-Kenntnis dadurch erhalten werden, dass man Kants h\u00e4ufig nicht leicht zu lesende Texte nicht mehr origin\u00e4r entschl\u00fcsselt, sondern sich nur noch \u00fcber Kant informiert?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist ein Gl\u00fcck, dass die \u201eZeitschrift f\u00fcr Didaktik der Philosophie\u201c bzw. seit 1994 die \u201eZeitschrift f\u00fcr die Didaktik der Philosophie und Ethik\u201c ( ZDPE ) im Abstand von 21 Jahren 1981 und 2002 je ein Heft Kant widmete. Es ist reizvoll zu sehen, wie sich die Akzente im Unterricht \u00fcber Kant verschoben, so dass es herausfordert nach neuen Wegen einer allgemeinen\u00a0 Kant-Didaktik zu suchen.<\/p>\n<p>1981 breitete Rudolf Malter konstitutiv und wegweisend f\u00fcr die gesamte deutsche Philosophiedidaktik Kants eigene Vorstellung von Philosophieunterricht aus.\u00a0 [10] Ausgehend von der \u201eNachricht\u201c von 1765 stellt Malter zwei gegenl\u00e4ufige Tendenzen fest, die zusammenengesehen wiederum eine Aporie bilden. Die erste Form des Unterrichts ist die zetetische, die aktualistisch den Prozess des Philosophierens selbst als gattungshafte vern\u00fcnftige Selbstentfaltung zum Gegenstand hat. Die gegenl\u00e4ufige nennt Malter die \u201esystematisch-finalistische\u201c, die,\u00a0 wie Kant sich besonders in den 80er und 90er Jahren selbst verstand, auf die Systemtotalit\u00e4t des philosophischen Erkennens abzielt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die zweite Tendenz\u00a0 selbstverst\u00e4ndlich das Erlernen der systembildenden Elemente in einem materialen Sinne voraussetzte, floss die erste offene Tendenz in die Grunds\u00e4tze der Philosophielehrpl\u00e4ne besonders der Sekundarstufe I in Deutschland ein, so 1995 in Schleswig-Holstein und im gleichen Jahr als jetzt verwirklichter Vorschlag in Nordrhein-Westfalen. [9, 10 \u2013 11]<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Busch%20Werner.docx#_ftn1\">[1]<\/a> Die \u00dcbernahme der zetetisch offenen Form des Unterrichts, nicht Philosophie, sondern philosophieren zu lernen, geschieht in der Regel neben der Einteilung der Philosophie durch die vier Fragen mit Hilfe der Formulierungen des\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a7 43 der \u201eAnthropologie\u201c zum Weg zur Weisheit.<\/p>\n<p>Als Unterrichtsbeispiele werden 1981 im Jahr des\u00a0 200. Jubil\u00e4ums des Erscheinens der \u201eKritik der reinen Vernunft\u201c zwei Berichte von hochqualifizierten Kantkennern vorgelegt. Horst Hermann beschreibt, mit welchen Methoden er mit Oberstufensch\u00fclern die Lekt\u00fcre des gro\u00dfen Werks bew\u00e4ltigte, Werner Steinhardt tut das Gleiche anhand ausgew\u00e4hlter umfangreicher Textstellen zur Kausalit\u00e4t. Hermann wei\u00df sehr wohl, dass er angesichts der Forderung nach einem problemorientierten Unterricht mit der Lekt\u00fcre der Ganzschrift von 1781 nicht zeitgem\u00e4\u00df arbeitet. Mit Recht aber warnt er vor einem negativ eklektischen Umgang mit der philosophischen Tradition, der zu vorschnellen Urteilen f\u00fchre. M\u00f6glich wurde sein Projekt nur dadurch, dass er es mit hochmotivierten Sch\u00fclern des 13. Jahrgangs zu tun hatte und mehrere l\u00e4ngere Lehrervortr\u00e4ge, d.h. im Vorgriff auf den Universit\u00e4tsunterricht Vorlesungen hielt und damit eine Methode w\u00e4hlte, die in der deutschen Lehrerausbildung seit langem verp\u00f6nt ist.<\/p>\n<p>21 Jahre sp\u00e4ter zeigt sich in Bezug auf die didaktische Praxis ein ganz anderes Bild.\u00a0 Die Gro\u00dfprojekte, wie f\u00fcr 1981 gezeigt, fehlen v\u00f6llig. Es geht 2002 weniger darum, Kants Argumentationen authentisch kennen zu lernen als vielmehr in Kants Denken einzuf\u00fchren und im angenommenen Sinne Kants zu philosophieren. Die Herausgeberin Monika S\u00e4nger im Editorial ebenso wie der Verfasser des Hauptartikels \u201eWissenschaft und Weltweisheit \/ Ein neuer Zugang zu Kant\u201c Volker Gerhardt zeigen zwar die Allgegenwart Kants in der aktuellen theoretischen und praktischen Philosophie, allerdings weist der Tenor fast des ganzen Heftes nach, dass es schier unm\u00f6glich ist, die Kompetenzen der Sch\u00fcler auf direktem Wege durch unmittelbare Kantlekt\u00fcre zu erweitern.<\/p>\n<p>Den Schl\u00fcssel f\u00fcr die methodischen Schwierigkeiten, Kant vor Sch\u00fclern und jungen Studenten direkt durch Lekt\u00fcre zu unterrichten, liefert Volker Gerhardt selbst: \u201eIm Verfahren einer <i>argumentierenden Nacherz\u00e4hlung<\/i>, das man auch unter dem klingenden Titel einer <i>narrativen Rekonstruktion<\/i> bringen k\u00f6nnte, gelingt es Kants Einsichten aus ihrem historischen und systematischen Umfeld verst\u00e4ndlich zu machen. Das schlie\u00dft die freie Variation von Kants Sprachgebrauch ein und ist von der Bem\u00fchung getragen, dem allt\u00e4glichen Sprechen nahe zu bleiben.\u201c [8, 193] D.h. es geht darum, erst einmal den oft widerst\u00e4ndigen Sprachgebrauch des klassischen Kant zu umgehen.<\/p>\n<p>In dieser Absicht l\u00e4sst Jens Weise witzig ein fiktives Gespr\u00e4ch mit Kant \u00fcber den kategorischen Imperativ f\u00fchren, Bernd Rolf nutzt\u00a0 Kants \u201eEwigen Frieden\u201c, um ebenfalls mit Hilfe eines fiktiven Interviews in die Rechte von Fremden einzuf\u00fchren. Matthias Tichy vergleicht die moralischen Einstellungen seiner Sch\u00fcler mit der praktischen Philosophie Kants, indem er Kant sowohl textfrei behandelt als auch zwei kurze kantische Textst\u00fccke und ein Entscheidungsproblem frei nach Kant mit drei Textst\u00fccken aktueller Moralphilosophen konfrontiert. Michael Rahnfeld und Werner Schiffer strukturieren Kants Philosophie zu brauchbaren logischen Formeln, wobei Letzterer die ersten 11 Abs\u00e4tze des ersten Abschnitts der \u201eGrundlegung zur Metaphysik der Sitten\u201c nach \u201eVorentlastung der Textarbeit\u201c lesen l\u00e4sst. [14, 238] Michael Rahnfeld bringt die derzeitige didaktische Lage auf den Punkt, wenn er in einem zweiten Beitrag Kants Moralphilosophie anhand der Filmanalyse von \u201eSchindlers Liste\u201c mit folgender Begr\u00fcndung behandelt: \u201eKants barocke, latinisierende Diktion l\u00e4dt nicht zum Lesen seiner Texte ein.\u201c [12, 243 ]<\/p>\n<p>Diese behauptete Nichtlesbarkeit und damit verbunden ein\u00a0 Desinteresse bei Sch\u00fclern best\u00e4tigt eine Journalistenrecherche des \u201eSpiegel\u201c Anfang 2004. [7, 128] Literarisch formuliert eben diese Nichtlesbarkeit bemerkenswert Robert Musil in \u201eDie Verwirrungen des Z\u00f6glings T\u00f6rless\u201c von 1906. T\u00f6rless hat Schierigkeiten mit dem Verst\u00e4ndnis der imagin\u00e4ren Zahlen und fragt seinen Mathematiklehrer: Dieser verweist auf das Kantbuch auf seinem Schreibtisch, von dem er sagt, dass darin die L\u00f6sung zu finden sei, die aber T\u00f6rless noch nicht verstehe. Trotzdem kauft T\u00f6rless ein Reclam-Buch des \u201eunheimlichen Heiligen\u201c Kant und beginnt zu lesen. \u201eAber vor lauter Klammern und Fu\u00dfnoten verstand er kein Wort, und wenn er gewisserma\u00dfen mit den Augen den S\u00e4tzen folgte, war ihm, als drehe eine alte kn\u00f6cherne Hand ihm das Gehirn in Schraubenwindungen aus dem Kopfe. Als er etwa nach einer halben Stunde ersch\u00f6pft aufh\u00f6rte, war er nur bis zur zweiten Seite gelangt, und Schwei\u00df stand auf seiner Stirne. Aber dann biss er die Z\u00e4hne aufeinander und las nochmals eine Seite weiter, bis die Pause zu Ende war.\u201c [11, 80] Nachts tr\u00e4umt er dann alptraumartig von einem kleinen altert\u00fcmlichen M\u00e4nnchen Kant und von einem verschlossenen Tor.<\/p>\n<p>Dass es sich bei der Lesbarkeit bzw. Nichtlesbarkeit Kants um ein ernstes didaktisches Problem handelt, zeigt ebenfalls eine Kontroverse in der Zeitschrift \u201eEthik und Unterricht\u201c aus dem Jahr 2003. Alfred K. Treml geht von der Nichtlesbarkeit Kants aus und legt dar, wie er in einer Differenz die Argumentationen Kants zur praktischen Philosophie dekonstruiert, um eben an dieser dekonstruierenden Differenz seine Sch\u00fcler im Sinn der aktualistischen Form des Philosophierens philosophieren zu lehren. [16]<\/p>\n<p>Selbst wenn Richard Breun den von Treml vorgestellten Ansatz f\u00fcr \u201edidaktisch verh\u00e4ngnisvoll\u201c h\u00e4lt [2, 18], stellt sich an dieser Stelle angesichts der geschilderten Gesamtlage, heutigen Sch\u00fclern Kantlekt\u00fcre nicht zumuten zu wollen, die Frage, ob der von allen als zentral aufgefasste K\u00f6nigsberger Philosoph nicht zum Lexikonautor wird und die origin\u00e4re Kenntnis einer kleinen esoterischen Universit\u00e4tsgruppe vorbehalten bleibt. Eine verbreitete Ausnahme bildet die Lekt\u00fcre des Aufsatzes \u201eWas ist Aufkl\u00e4rung?\u201c im Deutschunterricht, wobei aber die Tendenz besteht, ihn nicht als Anlass zum Philosophieren, sondern eher als kulturhistorisches Ph\u00e4nomen zu benutzen. [15] Der Verfasser selbst macht auf Grund seiner langj\u00e4hrigen Erfahrungen im behandelten Heft der ZDPE von 2002 den Vorschlag, den ganzen ersten Abschnitt der \u201eGrundlegung der Metaphysik der Sitten\u201c historisch und aktuell illustrierend zu lesen, ein Verfahren, das zwar nicht evaluiert ist, wie es heute n\u00f6tig w\u00e4re, das aber von mehreren Referendaren und Praktikanten kritisch beobachtet wurde. [4]<\/p>\n<p>Wenn man Kants Texte nicht mehr lesen will und kann, bleibt auf jeden Fall das von Malter aufgezeigte Problem der zweiten Tendenz Kants bestehen, eben nicht nur aktualisierend, Probleme frei aufgreifend\u00a0 philosophieren zu lernen, sondern so wie Kant selbst mit der Philosophiegeschichte souver\u00e4n vertraut war, die Lehrst\u00fccke eines m\u00f6glichen Systems durch authentische Aneignung selbst kennen zu lernen.<\/p>\n<p>Robert Musil selbst liefert ein Argument, warum es verh\u00e4ngnisvoll ist, bei der Nichtlesbarkeit Kants stehen zu bleiben. T\u00f6rless ist von seinem Mathematiklehrer entt\u00e4uscht, weil er ihm Kants Theorien nicht erkl\u00e4rt. Als Reaktion auf die Entt\u00e4uschung an der Philosophie ger\u00e4t er \u201eunter den brutalen und entschlossenen Einfluss seiner Gef\u00e4hrten.\u201c [11, 79] D.h. die Erwachsenen verhindern durch die Verweigerung, die Texte zentraler Geister aufzuschlie\u00dfen, die Emanzipation der ihnen Anvertrauten. Man k\u00f6nnte diese Haltung auch so formulieren, dass Erwachsene, wenn sie Heranwachsenden die origin\u00e4re Kenntnis wesentlicher Argumentationen vorenthalten, ihr eigenes philosophisches Wissen zu einem nicht hintergehbaren Herrschaftswissen machen.<\/p>\n<p>Es besteht ein immer wiederholter Konsens dar\u00fcber, dass Kant ein Autor globaler Bedeutung ist. Damit steht die deutsche didaktische Diskussion paradigmatisch f\u00fcr einen generellen Umgang mit der Fundierung wesentlicher allgemeiner Gedanken. Ist Kant schon in seiner eigenen Sprachgruppe nur noch bedingt lesbar, d\u00fcrfte es in \u00dcbersetzungen f\u00fcr Sch\u00fcler anderer Nationen fast unm\u00f6glich sein.\u00a0 Neuerdings hilft sich die Deutschdidaktik mit der Gl\u00e4ttung und Vereinfachung klassischer Texte unter dem Titel \u201eEinfach klassisch \u2013 Klassiker f\u00fcr Leserinnen und Leser f\u00fcr heute\u201c. [6] Gerd R\u00f6lleke allerdings zeigt am Beispiel von Droste-H\u00fclshoffs \u201eDie Judenbuche\u201c, wie entstellend und damit vernebelnd sich solche Simplifizierungen auswirken. [13] Es bliebe pragmatisch zu diskutieren, ob eine moderne Gl\u00e4ttung der kantischen Texte des R\u00e4tsels L\u00f6sung darstellt. Wir selbst pl\u00e4dieren im Gegensatz zu Vereinfachungen daf\u00fcr, Lesetechniken zu entwickeln, die auch schwierige Texte im Interesse des Selbstst\u00e4ndigwerdens\u00a0 Heranwachsender sinnstiftend aufschlie\u00dfen. Neben der erw\u00e4hnten historischen und aktuellen Illustration halten wir die Bildung von Vorstellungsinseln, aus denen sich Bez\u00fcge zu nicht sofort verst\u00e4ndlichen Textteilen\u00a0 ergeben, f\u00fcr besonders geeignet. [3]<\/p>\n<p>1998 ver\u00f6ffentlichte Luise Dreyer im Auftrag der \u201eAssociation des Professeurs de Philosophie\u201c ( AIPPh ) unter dem Titel \u201eDas Wechselspiel von Mythos und Logos \u2013 Die Dialektik der griechischen Aufkl\u00e4rung als europ\u00e4isches Paradigma\u201c eine Textsammlung, in der 24 Philosophielehrer aus Schule und Hochschule aus 17 europ\u00e4ischen Nationen jeweils einen antiken Text mit einem modernen nationaler Auspr\u00e4gung konfrontieren. Entstanden ist auf diese Art ein facettenreiches verst\u00e4ndliches, allerdings anspruchsvolles Lesebuch. [5] Erschienen sind eine polnische und eine bulgarische \u00dcbersetzung, eine tschechische ist in Arbeit, eine litauische wird beabsichtigt.<\/p>\n<p>Die Frage ist, ob nicht eine analoge Textsammlung zu Kant dessen Verst\u00e4ndlichkeit und Lesbarkeit erh\u00f6ht. Im Rahmen eines solchen Projekts \u201eKant f\u00fcr die Gegenwart lesen\u201c w\u00fcrden Kantkenner\u00a0 und Kantdidaktiker aus verschiedenen Nationen\u00a0 besonders griffige Texte Kants mittlerer L\u00e4nge ausw\u00e4hlen und diese mit Texten nationaler entsprechender Problemstellung konfrontieren. Einzubeziehen w\u00e4ren auch die Vorlesungsnachschriften, deren Reiz oft in ihrer Anschaulichkeit liegt. Zu erwarten ist, dass die entstehenden Konturen die Schreibabsicht Kants durch die Sprachform hindurch transparenter machen. Ein Autor vom Weltrang wie Kant muss lesbar bleiben.<\/p>\n<p align=\"center\">\n<p align=\"center\"><b>Bibliograph<\/b><b>ie<\/b><b>:<\/b><\/p>\n<p align=\"center\">\n<ol>\n<li><i>Brandt R.<\/i> Gespr\u00e4ch mit Frank Witzleben. Mitteilungen des Fachverbandes Philosophie e.V. 2002. Heft 42. Mai.<\/li>\n<li><i>Breun R.<\/i> Einw\u00e4nde gegen Alfred K. Tremls Ansatz. \/\/ Ethik und Unterricht. 2003. \u2116 2. P. 18.<\/li>\n<li><i>Busch W.<\/i> Wie Elemente eines Kanons umsetzen? Die Erz\u00e4hlung als Hilfsmittel im Unterricht \u00fcber Martin Heidegger. \/\/ ZDPE 1997. \u2116 2. P. 166.<\/li>\n<li><i>Busch W.<\/i> Immanuel Kants \u201eGrundlegung der Metaphysik der Sitten\u201c, Die Lekt\u00fcre des 1. Abschnitts im 11. Jahrgang. \/\/ ZDPE 2002. \u2116 3. P. 246 \u2013 250.<\/li>\n<li><i>Das Wechselspiel<\/i> von Mythos und Logos, Die Dialektik der griechischen Aufkl\u00e4rung als europ\u00e4isches Paradigma. Ein Lesebuch f\u00fcr den Philosophieunterricht in Europa. Hrsg. Luise Dreyer im Auftrag der Association Internationale des Professeurs de Philosophie. Frankfurt am Main, 1998.<\/li>\n<li><i>Einfach<\/i> klassisch \u2013 Klassiker f\u00fcr Leserinnen und Leser von heute. Diesterweg. 2003.<\/li>\n<li><i>Friedrich J. <\/i>Der war doch ein Philosoph. \/\/ Der Spiegel. 2004. \u2116 1. P. 128.<\/li>\n<li><i>Gerhardt V.<\/i> Wissenschaft und Weltweisheit. Ein neuer Zugang zu Kant. \/\/ Zeitschrift f\u00fcr Didaktik der Philosophie und Ethik ( ZDPE ). 2002. \u2116 3. P. 191 \u2013196.<\/li>\n<li><i>Lehrplan<\/i> Philosophie Sekundarstufe I Schleswig-Holstein, 1995\/97.<\/li>\n<\/ol>\n<p>10. <i>Malter R.<\/i> Philosophieunterricht nach zetetischer Methode, Gedanken zur Didaktik der Philosophie im Ausgang von Kant.\u00a0 Zeitschrift f\u00fcr Didaktik der Philosophie. 2\/ 81. P. 63 \u2013 78.<\/p>\n<p>11. <i>Musil R.<\/i> Die Verwirrungen des Z\u00f6glings T\u00f6rless. Fr\u00fche Prosa und aus dem Nachlass zu Lebzeiten. Hamburg, 1988.<\/p>\n<p>12. <i>Rahnfeld M.<\/i> Pflicht und Neigung am Beispiel des Films \u201eSchindlers Liste\u201c. Ein Beitrag zum Ethikunterricht. \/\/ ZDPE 2002. \u2116 3. P. 242 \u2013 245.<\/p>\n<p>13. <i>R\u00f6lleke H.<\/i> Die Dichterin vor dem Tribunal der Didaktiker. F.A.Z. 17.2.2004<\/p>\n<p>14. <i>Schiffer W.<\/i> Abenteuer Kant \u2013 oder der Tanz mit der Vernunft. \/\/ ZDPE 2002. \u2116 3. P. 227 &#8211; 241.<\/p>\n<p>15. <i>Schmitz G.<\/i> Lehrpraktische Analysen zu I. Kant: Was ist Aufkl\u00e4rung? Reclam, 1995.<\/p>\n<div>\n<p>16. <i>Treml A.. K.<\/i> Kants praktische Philosophie im Unterricht, schwierig, aber nicht unm\u00f6glich. \/\/ Ethik und Unterricht. 2003. \u2116 2. P. 13 \u2013 18.<\/p>\n<\/div>\n<p><b><i>\u00a0<\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>Die erste Ver\u00f6ffentlichung des Aufsatzes:<\/i><\/b><\/p>\n<p>Busch, Werner. Etwas von Kant wissen oder Kant lesen? Zur deutschen Kant-Didaktik mit einem internationalen Ausblick\/\/ Kant zwischen West und Ost. Zum Gedenken an Kants 200. Todestag und 280. Geburtstag. Hrsg. Von Prof. Dr. Wladimir Bryuschinkin. Bd. 1. Kaliningrad, 2005. S. 270 \u2013 276.<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/%D0%93%D0%BB%D0%B5%D0%B1\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/AUHKXAKD\/Busch%20Werner.docx#_ftnref1\">[1]<\/a> Anregungen zu einem Lehrplan Philosophie als Ersatzunterricht in der Sekundarstufe I erstellt vom Fachverband Philosophie e.V. \u2013 Landesgruppe Nordrhein-Westfalen. Beschluss vom 15. M\u00e4rz 1995.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Gespr\u00e4ch stellt Reinhard Brandt fest, dass auf allen Philosophie-Kongressen\u00a0 Platon und Kant immer noch zu den Hauptrednern geh\u00f6ren. [1, 11] G\u00e4be es ein Weltkulturerbe Philosophie, geh\u00f6rten beide Philosophen an erster Stelle dazu. 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